Adler und Spatzen besuchen Druckerei des Bezirksverbands Pfalz

Kinder lernen Druckkunst kennen

Beim Setzen: Bleibuchstaben kommen spiegelverkehrt in die Druckform

Beim Setzen: Bleibuchstaben kommen spiegelverkehrt in die Druckform

Es rattert in der Druckerei des Bezirksverbands Pfalz, gleich am Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern. Alles ist also wie immer. Wenn zwischendrin Kinderstimmen zu hören sind, hat der Drucker allerdings besonderen Besuch, diesmal von den Adlern und Spatzen der Vogelgruppe der Kindertagesstätte Katzweiler.

Urban Zell, der Drucker des Bezirksverbands Pfalz, zeigt Besuchergruppen gerne, was seine Buchdruckmaschine und er drauf haben. Die Kinder sind etwa 90 Minuten zu Besuch, dabei wird zunächst das Thema Papier behandelt. Schon wenn der Druckfachmann das Papier zerreißt und die Kinder an den Rändern die Struktur des Materials erkennen können, sind sie begeistert, ist Papier doch gar nicht so glatt, wie es erst einmal aussieht. Auch das „Zauberpapier“ fasziniert die Kinder; mit diesem Durchschreibepapier druckt sich das gleiche Wort auf mehreren übereinander liegenden Blättern gleichzeitig ab.

Höhepunkt ist aber sicherlich, wenn die fünfjährigen Vorschulkinder und ihre etwa ein Jahr jüngeren Genossen, die bereits einzelne Buchstaben kennen und häufig auch schon ihren Namen schreiben können, beobachten, wie die Buchdruckmaschine ihre eigenen Namen auf buntes Papier druckt. Gemeinsam mit dem Drucker setzt jedes Kind – spiegelverkehrt versteht sich – seinen Namen mit Bleibuchstaben in die Druckform, der Spezialist setzt alles in Form und spannt diese dann in den Rahmen der Maschine ein. Es dreht sich und rattert an der Maschine und schon hat wieder ein frohes Kind sein frisch bedrucktes Blatt Papier in der Hand.

Solch praktische Vorführungen finden auch ältere Gäste spannend, so hat Zell häufiger Besuch von Techniker- und Meisterschülern der benachbarten Meisterschule für Handwerker, die ebenfalls zum Bezirksverband Pfalz gehört. Gerade Maschinenbauer seien sehr begeistert von der alten Druckmaschine. Diese hat mindestens 50 Jahre auf dem Buckel, „ist aber noch voll funktionstüchtig“, so Zell, der gelernter Schriftsetzer ist – ein inzwischen ausgestorbener Beruf –, und noch weiß, wie man die Maschine bedient. Diese dient nicht nur pädagogischen Zwecken, sondern kommt auch noch im Alltagsgeschäft zum Einsatz, etwa wenn es ums Prägen, Stanzen, Nuten oder Schlitzen von Papier geht: „Das macht die alte Maschine noch ganz hervorragend“, erläutert Zell nicht ohne Stolz. Und auch die Kinder gehen sehr stolz mit ihren vom Profi gebundenen Druckerzeugnissen nach Hause.