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„Nos amis" in der Pfalzgalerie
Abstrakte amerikanische Kunst erweitert Dauerausstellung
Zehn kapitale Werke abstrakter amerikanischer Kunst der 1960er und 1970er Jahre ergänzen bis zum Jahresende die Dauerausstellung des Museums Pfalzgalerie in Kaiserslautern. Die feierliche Eröffnung findet am Freitag, 19. Februar, um 19 Uhr statt – musikalisch gestaltet von Markus Walder, Perkussionist am Pfalztheater Kaiserslautern. Die Arbeiten, unter anderem von Frank Stella, Leon Polk Smith, Charles Hinman, Theodoros Stamos und Mary Heilmann, kommen aufgrund einer über 15 Jahre andauernden Beschäftigung mit der Kunst Amerikas in die Pfalzgalerie. Von Jackson Pollock bis Kiki Smith, vom abstrakten Expressionismus bis zur zeitgenössischen amerikanischen Skulptur zeigte und zeigt das Museum des Bezirksverbands Pfalz regelmäßig ein breites Spektrum amerikanischer Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Die hinzugewonnenen Werke bereichern nicht nur die Sammlung, sie bieten darüber hinaus ein feines Zusammenspiel mit der im Januar eröffneten Retrospektive zur Malerei der kubanischstämmigen amerikanischen Künstlerin Carmen Herrera.
In drei Sälen der Sammlung sind die zum Teil außerordentlich großformatigen Leihgaben aus französischem Privatbesitz unter dem Motto „nos amis" zu sehen – ein beziehungsreicher Titel, spielt er doch, aus dem Französischen übersetzt, auf „unsere Freunde" wie auch auf die Kurzform für Amerikaner an. „Unsere Kunst sollte ins Auge springen – und dies direkt", schreibt der amerikanische Maler Ellsworth Kelly im Jahr 1950. Aus dieser Haltung heraus entsteht eine spezifisch amerikanische Malerei, die auf Rahmung verzichtet und deren Bilder die bis dahin gewohnten Größen sprengen. Auch durch das reduzierte Repertoire an Farben und Formen überraschen die Werke und irritieren das Sehen.
Aus einem gekonnten Zusammenspiel reduzierter Formen mit der Kenntnis um die Wirkung der Farben entwickeln die Künstlerinnen und Künstler ihre je unterschiedliche künstlerische Ausdrucksstärke. Magisch scheint die Ausstrahlung der Arbeiten von Ron Gorchov, dessen Wurzeln in der afrikanischen und indianischen Tradition liegen. Bei Harriet Korman verwandeln sich die Grundlagen des Sichtbaren selbst. Ein fast farbloses Schimmern der Farbe ermöglicht Einblicke, die auf subtile Weise das Verhältnis von Form und Untergrund umkehren. Und schließlich gibt Sam Francis, der sich in Japan intensiv mit Zen-Buddhismus beschäftigt hat, der Leere als Voraussetzung für Konzentration und Versenkung einen Rahmen. Diese und alle anderen Werke repräsentieren nichts anderes als sich selbst und wandeln dennoch das Sichtbare allmählich zu etwas körperlich Erfahrenem und Gefühltem. Die Pfalzgalerie in Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, dienstags von 11 bis 20 Uhr, sowie am Ostersonntag und -montag (4./5. April) geöffnet; an Karfreitag bleibt das Museum geschlossen. Weitere Informationen sind unter
www.pfalzgalerie.de abrufbar.





