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Seit Anfang Juni hat die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) in Speyer rund 600 Proben auf den EHEC-Erreger hin untersucht. Im Auftrag von Pfälzer Landwirten, dem Pfalzmarkt in Mutterstadt und dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten hat sie Gemüse, Obst, Saatgut, Klärschlamm, Gärreste aus Biogasanlagen, Beregnungswasser aus dem Altrhein und Waschwasser von Gemüse analysiert und keine Belastung mit dem gefährlichen Darmbakterium festgestellt.

 „Auch wenn die Infektionswelle momentan abklingt, wird uns EHEC von nun an begleiten“, prognostiziert Mikrobiologe Dr. Gerhard Strauß von der LUFA. Diese aggressive Gruppe der Colibakterien sei jetzt freigesetzt und damit nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Insofern wird auch die LUFA immer wieder Proben auf EHEC testen, da ist sich Strauß sicher. Innerhalb von nur einer Woche nach Bekanntwerden der ersten Krankheitsfälle sei es gelungen, die Untersuchungsmethoden in der LUFA zu etablieren, die Räumlichkeiten herzurichten und die Zulassung für die Analytik entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes zu bekommen. Und so konnten Strauß und drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits am 1. Juni mit den Tests beginnen. „Wir waren uns bewusst, dass wir den Landwirten und Verbrauchern Soforthilfe in großer Not leisten mussten“, so Prof. Dr. Franz Wiesler, wissenschaftlicher Direktor der LUFA. Bis an die Kapazitätsgrenze, auch übers Wochenende und an Feiertagen, arbeiteten die Beschäftigten, um Landwirten ein Zertifikat auszustellen, sofern ihre Ware einwandfrei ist. Denn nur so können sie ihre Produkte an den Handel verkaufen.

Es dauert einen Tag, um die Proben auf EHEC hin zu untersuchen. Auch arbeitet die LUFA Hand in Hand mit der BOLAP, der Gesellschaft für Bodenberatung, Laboruntersuchung und Qualitätsprüfung, die als Anlaufstelle für die Erzeuger die Probenorganisation abwickelt. Im Labor erfolgen alle wesentlichen Arbeitsschritte des EHEC-Nachweises innerhalb einer Sicherheitswerkbank, in der durch ständiges Filtern der Luft eine Verunreinigung oder ein unbeabsichtigtes Freisetzen von Mikroorganismen vermieden wird. Zunächst kommen die Gemüse- und anderen Proben bei 37 Grad Celsius in eine Nährlösung, in der sich die Colibakterien vermehren, die anderen Mikroorganismen aber abgetötet werden. Nach sechs Stunden impft man mit dieser Vorkultur eine andere Nährlösung an, die die EHEC-Stämme anregt, innerhalb weiterer 16 bis 18 Stunden typische Giftstoffe zu bilden, die mit dem weit verbreiteten ELISA-Verfahren nachgewiesen werden können.

 

Nachricht vom Freitag, 01. Juli 2011
Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei den EHEC-Untersuchungen in der LUFA: Mikrobiologe Dr. Gerhard Strauß überimpft eine Bakterienkultur aus einer Radieschenprobe in eine neue Nährlösung

Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei den EHEC-Untersuchungen in der LUFA: Mikrobiologe Dr. Gerhard Strauß überimpft eine Bakterienkultur aus einer Radieschenprobe in eine neue Nährlösung

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