Am 5. September um 18.30 Uhr im Pfalzklinikum, Klingenmünster:

Open-Air-Theater mit Chawwerusch Naives Kind bewältigt bestialische Welt humoristisch

Auch 2014 wieder mit blühender Kulisse: Das Chawwerusch Theater bei seiner Aufführung im vergangenen Jahr

Auch 2014 wieder mit blühender Kulisse: Das Chawwerusch Theater bei seiner Aufführung im vergangenen Jahr

„Es ist eine Lust zuzusehen, wie er diese bestialische Welt humoristisch zu bewältigen weiß.“ Gemeint ist ein naives, glückliches Bauernkind, das durch den Dreißigjährigen Krieg von seinen Eltern getrennt wird und bei einem Einsiedler aufwächst. Der nennt den Jungen Simplicius, den Einfältigen. Jakob von Grimmelshausen macht ihn zur Titelfigur seines Schelmenromans "Simplicius Simplicissimus", den Joseph von Eichendorff, einer der bedeutendsten deutschen Dichter („Aus dem Leben eines Taugenichts“), mit dem Eingangszitat würdigt. Das Chawwerusch-Team sagt über das Stück: „Wir haben den gewaltigen Stoff eingedampft, verdichtet und für das Theater bearbeitet. Entstanden ist eine Art barockes Roadmovie -verspielt, tiefgründig und satirisch, eine Achterbahn großer Gefühle“.

Was 1618 bis 1648 in deutschen Landen passierte, ist in der heutigen Welt wieder brandaktuell: Vertreibung, Plünderung, Brandschatzung. Das vermeintliche Waisenkind Simplicius wird verdächtigt, ein Spion zu sein und soll zum Narren gemacht werden: Es wird mehrere Tage lang mit maskierten „Teufeln“ in einen Keller gesperrt und genötigt, große Mengen Alkohol zu trinken. Der junge Mann flieht, wird zum Kriegsdienst gezwungen und gerät in Gefangenschaft. Als Einsiedler schreibt er schließlich seine Lebenserinnerungen – eine Robinsonade, lange bevor Daniel Defoe seinen vielgelesenen Roman veröffentlicht hat.

Das opulente Spiel von Chawwerusch wird vor der blühenden Kulisse des Rosengartens im Pfalzklinikum aufgeführt, bei schlechtem Wetter im Kommunikationszentrum (BKV-Zentrum). Es spielen: Felix S. Felix, Ben Hergl und Thomas Kölsch. Das Buch schrieb Walter Menzlaw, der auch Regie führt. Die Liedtexte stammen von Michael Bauer, dem Vater vom „Klääne Pälzer“.

Fünf Tage später ist das Chawwerusch Theater erneut im Pfalzklinikum zu Gast. Mit dem Einakter „Leere Betten“ fühlt sich das Ensemble in die Gedanken einer Krankenschwester ein, die am 10. September 1939 abends – nach der Evakuierung der Heil- und Pflegeanstalt – in Klingenmünster zurückgeblieben ist. Die Künstler unterstützen damit den ersten regionalen Gedenktag des Pfalzklinikums zur Erinnerung an das Schicksal der Betroffenen vor genau 75 Jahren. Das Theaterstück wird in der Aula im Gebäude 4 aufgeführt, gegen 16 Uhr, nach der Rückkehr des Gedenkzuges, der um 14.15 Uhr vom Haupteingang des Pfalzklinikums zum Bahnhof Klingenmünster führt. Zur Theateraufführung am 10. September ist der Eintritt frei.

Das Pfalzklinikum lädt alle Interessierten herzlich zur Teilnahme ein.

Info und Kartenbestellung für den 5.9. (12/9 €):

Tanja Becker

Telefon: 06349 900 1061

tanja.becker(at)pfalzklinikum.de

Info für den 10.9.:

Rita Hunsicker

Telefon: 06349 900 1001

rita.hunsicker(at)pfalzklinkum.de

www.pfalzklinikum.de