Am Anfang war der Punkt

Kunst(früh)stück zu Pierrette Bloch mit Madeleine Giese

Aussagekräftige Punkte: Pierrette Blochs Tuschezeichnung ohne Titel von 2004

Aussagekräftige Punkte: Pierrette Blochs Tuschezeichnung ohne Titel von 2004

Das Kunst(früh)stück am Sonntag, 23. Februar, um 11 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) führt unter dem Titel „Am Anfang war der Punkt“ Kunst und Literatur zusammen: Neben einer Lesung mit der Kaiserslauterer Autorin Madeleine Giese stellen Museumsdirektorin Dr. Britta E. Buhlmann und Kuratorin Dr. Annette Reich den Katalog zur derzeitigen Sonderausstellung „Pierrette Bloch – Punkt, Linie, Poesie” vor. Die 85-Jährige Pariserin zählt in Frankreich zu den renommiertesten Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Der zur Ausstellung erscheinende deutsch-/englischsprachige und reich bebilderte Katalog kann zum Preis von 14 Euro erworben werden. Madeleine Giese widmet sich in ihrer Lesung ebenfalls dem Punkt, der generell in der Literatur eine große Rolle spielt: Er beendet und trennt Sätze, prägt zahlreiche Redewendungen, ist Symbol und Platzhalter – so ist der Punkt gleichsam des „Pudels Kern”. Texte unter anderem von Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Mascha Kaléko bringen Themen wie den Globus und die Jungfrauen, Zeit und Zeugung, Fahrkarten und vieles mehr auf den Punkt. Die soziologische Psychologie der Löcher, die auch nur schwarze Punkte sind, nimmt Madeleine Giese mit einem eigenen Text ins Visier.

Pierrette Bloch, 1928 als Kind einer jüdischen Schweizer Familie in Paris geboren, lebt und arbeitet sie auch heute noch dort. Während der Sommermonate unterhält sie ein Atelier in Bages (Aude) in der Region Languedoc-Roussillon. Seit den 1970er Jahren entwickelt die Künstlerin ein zeichnerisches Werk, dessen Variantenreichtum staunen lässt. Sie bedient sich dabei vor allem der Medien Tusche und Papier. Neben Flecken, Linien, Spritzern und Strichen steht der Punkt im Zentrum des künstlerischen Interesses. Schlichte Notationen lässig auf ein Blatt gesetzt, zeigen eine hohe materielle Dichte oder treten in aquarellhaft zarter Transparenz auf. Diese rhythmischen Zeichnungen von Pierrette Bloch faszinieren nicht zuletzt durch ihre poetische Bildsprache.

Im Anschluss an Lesung und Buchvorstellung in der Ausstellung sorgt ein Frühstücksbuffet im Foyer des Museums für das leibliche Wohl. Die Gäste können in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen, Beobachtungen und Gedanken zum Gesehenen und Gehörten austauschen. Um verbindliche Anmeldung mit Vorauskasse bis 14. Februar unter der Telefonnummer 0631 3647-201 oder per Mail (info@pfalzgalerie.bv-pfalz.de) wird gebeten. Das Frühstücksbüffet kostet 15 Euro pro Person; Kinder zahlen sechs Euro und Familien (zwei Erwachsene mit zwei Kindern bis 12 Jahre) 35 Euro. Infos unter www.mpk.de.