Anbaufläche für Tabak steigt weiterhin

Auspflanzung witterungsbedingt verspätet

Rund 450 Hektar werden bestückt: Pfälzer Tabakanbauer beim Auspflanzen

Rund 450 Hektar werden bestückt: Pfälzer Tabakanbauer beim Auspflanzen

Witterungsbedingt beginnt momentan die Auspflanzung des Pfälzer Tabaks – rund zwei bis drei Wochen später als üblich. Das über mehrere Wochen trübe und kalte Wetter ließ die Pflänzchen deutlich langsamer wachsen. Erstmals seit vielen Jahren wurden manche Anzuchtflächen sogar künstlich beheizt. Jetzt sind zumindest die früh gesäten Tabakpflanzen soweit, dass sie ins Freiland gepflanzt werden können.

Virgin kann in diesem Jahr auf voraussichtlich 370 Hektar und Geudertheimer auf knapp 100 Hektar angebaut werden. Im Virginbereich gibt es für die rheinland-pfälzischen Tabakpflanzer Vertragsangebote von drei Käuferfirmen (Alliance one, Süddeutsche Rohtabake, Santa-Fe). Badischer Geudertheimer, der ausschließlich für den Zigarrenmarkt bestimmt ist, übernimmt die Firma Andre komplett, die sich schon seit Jahrzehnten am heimischen Markt engagiert. Die Pflanzer verfügen hier über einen fünfjährigen Anbauvertrag, der bis einschließlich 2014 läuft. „Mehrjährige Anbauverträge wären auch im Virginbereich für die Pflanzer von Vorteil, da sie dadurch größere Planungssicherheit hätten und leichter in die Erweiterung ihrer Produktion investieren könnten“, sagt der Tabakbausachverständige für die Pfalz, Egon Fink, und ergänzt: „Es wäre dadurch um einiges leichter, wieder die 500 Hektar-Marke zu überspringen.“

Die Nachfrage nach Qualitätstabak ist weiter steigend. So wird die „PRC-Produktion“ für die amerikanische Firma Santa-Fe ausgebaut, die hohe Anforderungen an die Qualität des Erntegutes und eine umweltschonende nachhaltige Produktionstechnik stellt. In diesem Jahr wird im Rahmen eines mehrjährigen Pilotprojekts der Tabakanbau nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus weiter geprüft, bei dem nun auch die Jungpflanzenanzucht mit einbezogen wird.

Bislang hat sich die Konzentration auf Qualitätstabak ausgezahlt, auch wenn der Aufwand für die Anbauer und die Beratung deutlich höher ist. „Erfreulicherweise scheint es auch positive Signale bei der Preisgestaltung zu geben, so dass sich die Tabakpflanzer etwas beruhigter der Produktion widmen können“, so Fink. Und die zwei Wochen Rückstand könne die Tabakpflanze bei entsprechender Witterung wieder mühelos aufholen.