Apokalypse Dschihad

Vortrag zur Ausstellung „Apocalypse Now!“ im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Sich apokalyptischen Vorstellungen nähern: Besucherin vor der 2011 entstandenen Arbeit „Apocalypto“ von Josef Rosalia Hein

Sich apokalyptischen Vorstellungen nähern: Besucherin vor der 2011 entstandenen Arbeit „Apocalypto“ von Josef Rosalia Hein

„Apokalypse Dschihad“, so lautet der Vortrag der Berliner Publizistin Claudia Dantschke am Dienstag, 27. Januar, um 18 Uhr (Eintritt frei) zur Ausstellung „Apocalypse Now! — Visionen von Schrecken und Hoffnung in der Kunst vom Mittelalter bis heute“, die derzeit im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) zu sehen ist. Gewaltfantasien, Untergangsszenarien und Hoffnungsvisionen gibt es nicht nur im Christentum. Auch in anderen Religionen gehören apokalyptische Motive zum Repertoire. Radikale und fundamentalistische Weltanschauungsgemeinschaften neigen besonders dazu, apokalyptische Szenarien zu beschwören – und sie mitunter auch Wirklichkeit werden zu lassen. Ein besonders bedrohliches und irritierendes Phänomen ist der islamistische Dschihadismus. Al-Qaida, Al-Shabaab, Boko Haram und der „Islamische Staat“ töten mit scheinbar ungehemmter Brutalität, terrorisieren Bevölkerungen und gefährden den Weltfrieden. Flüchtlingsberichte, Fernsehbilder und Propagandavideos zeigen Grausamkeiten, die auch für hartgesottene Beobachter nur schwer zu ertragen sind. Dantschke, die am Institute for the Study of Radical Movements“ tätig ist, geht Fragen nach, wie gefährlich der Umgang mit apokalyptischen Vorstellungen ist, ob sie eine heimliche Faszination ausüben, womöglich Gewaltfantasien und destruktive Triebe triggern, unter welchen Bedingungen apokalyptische Faszination in reale Gewaltanwendung umschlägt und was sich dagegen tun lässt. Schließlich sucht sie nach theologischen Kriterien, die hilfreich sind.

Der Vortrag zur Ausstellung wird in Kooperation mit der Evangelischen Akademie der Pfalz angeboten. Die mit 320 Arbeiten von 80 Künstlern groß angelegte Schau spannt einen kunst- und kulturhistorischen Bogen, indem sie Werke auf Papier von der karolingischen Zeit (um 800) bis in die jüngste Gegenwart versammelt und dabei auch populäre Bildmedien wie Comics und Graphic Novels berücksichtigt. Zur Ausstellung des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, das mittwochs bis sonntags sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet ist, gibt es einen opulenten Katalog. Weitere Infos unter www.mpk.de.