Augen-Blicke, Farberfahrungen

Kunst(früh)stück in der mpk-Sonderausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"

Verändertes Sehvermögen: Charles Pollocks „Untitled” von 1966

(Foto und © Charles Pollock Archives)

Verändertes Sehvermögen: Charles Pollocks „Untitled” von 1966 (Foto und © Charles Pollock Archives)

Maler sind Augenmenschen, für die der „Sehsinn“ überlebenswichtig ist. Was aber geschieht, wenn die Augen versagen, wenn der Kampf gegen den Grauen Star beginnt. Mit diesem Thema beschäftigt sich Dr. Markus Schwarz, Facharzt für Augenheilkunde in Kaiserslautern, im Gespräch mit Dr. Annette Reich, mpk, in der Sonderausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe“ am Sonntag, 29. Oktober, ab 11 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1.

Charles Pollock fand während der 1940er bis 1970er Jahre in facettenreichen Werkgruppen zu einer überzeugenden eigenen Handschrift. Die zum Teil großformatigen Gemälde des zehn Jahre älteren Bruders von Jackson Pollock, der als der bedeutendste Vertreter des amerikanischen „Action Painting“ gilt, zeigen, mit welch experimentellem Potential Pollock Farben einsetzte. Der Maler siedelte 1971 mit seiner Familie aus den USA nach Paris über. Fünf Jahre vor seinem Tod 1988 erkrankte der 80-Jährige am Grauen Star und hatte nach einer Operation den Eindruck, Farben nicht mehr richtig sehen zu können. Fortan arbeitete Charles Pollock ausschließlich in Schwarzweiß. Die Serie der „Last Drawings“ („Letzten Zeichnungen“) entstand. Auch das Œuvre der Maler Claude Monet und Joseph Mallord William Turner verwandelte sich unter dem Einfluss ihres Grauen Stars; der medizinische Terminus lautet Katarakt. Wie und wann entsteht diese Trübung der Linse? Wer ist betroffen und wie wirkt sich diese Veränderung auf das Sehen aus? Konnte Pollock beispielsweise Blau- und Violetttöne in seinen Bildern im Alter noch unterscheiden? Über Symptome, Diagnose und heutige Behandlungsmöglichkeiten gibt Dr. Markus Schwarz Auskunft vor den Originalen. Ein Frühstücksbuffet im Foyer des Museums lädt anschließend zum Verweilen ein. Die Gäste können untereinander ins Gespräch kommen, gewonnene Eindrücke vertiefen und austauschen. Das Kunst(früh)stück kostet inklusive Museumseintritt für Erwachsene 15 Euro, für Kinder sechs Euro und für Familien – zwei Erwachsene mit zwei Kindern bis zwölf Jahre – 35 Euro. Eine Anmeldung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern ist erforderlich bis spätestens Donnerstag, 19. Oktober,  unter der Telefonnummer 0631 3647-201. Karten sind ausschließlich im Vorverkauf an der Museumskasse erhältlich oder können unter info@mpk.bv-pfalz.de verbindlich bestellt werden.