Ausbilder aus Ruanda an der Meisterschule für Handwerker

Austausch zum Zwecke der Fortbildung

Informierten sich an der Meisterschule für Handwerker: sechs Ausbilder aus Ruanda mit Schulleiter Eckhard Mielke (hinten Mitte rechts)

Informierten sich an der Meisterschule für Handwerker: sechs Ausbilder aus Ruanda mit Schulleiter Eckhard Mielke (hinten Mitte rechts)

Fünf Wochen lang waren sechs Ausbilder für verschiedene Berufe aus Ruanda Gast an der Meisterschule für Handwerker in Kaiserslautern, um sich fortzubilden. Sie kommen aus Huye und lehren am IPRC-South (Integrated Polytechnic Regional Centre), einem von insgesamt fünf großen beruflichen Ausbildungszentren im Süden des Landes. Diese Einrichtung, die von 1.500 Jugendlichen besucht wird, befindet sich im Aufbau und soll jungen Menschen in verschiedenen Berufen die erforderlichen Kompetenzen vermitteln. Im Rahmen eines Trainerprogrammes lernten die ruandischen Lehrkräfte die hiesigen Ausbildungsstrukturen sowie entsprechenden Arbeitstechniken an der MHK kennen. Die Hospitation erfolgte je nach Ausrichtung der Ausbilder im Elektrotechnik-, Maschinenbau-, Metallbau-, Tischler- und Bautechnik-Handwerk. Wissbegierig erfuhren sie, wie der Unterricht an der Meisterschule für Handwerker gestaltet wird und wie Theorie und Praxis miteinander verzahnt sind; dabei waren sie besonders an der Erstausbildung interessiert. Erstaunt über die gute Ausstattung der Werkstätten, in denen viele Maschinen zum Einsatz kommen, meinte einer von ihnen: „Das ist keine Schule, das ist ein Industriebetrieb.“

Damit die Gäste aus Ruanda auch Land, Leute und Leben in Deutschland kennenlernen konnten, besuchten sie unter anderem den Landtag in Mainz, nahmen an einer Sitzung des Bezirkstags Pfalz teil, erlebten eine Opernaufführung am Pfalztheater Kaiserslautern, besichtigten das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern sowie die Städte Speyer, Heidelberg und Trier, informierten sich bei den Stadtwerken Kaiserslautern über das dortige Blockheizkraftwerk, beteten während eines Gottesdienstes und amüsierten sich auf der Kaiserslauterer Kerwe. Die Betreuer mussten viele Fragen der Gruppe beantworten, wie zum Beispiel „Wohnen in den Häusern Menschen? Man sieht ja keine auf der Straße“, „Fährt hier niemand mit dem Fahrrad?", „Hier hat alles eine so gute Qualität. Zwingt der Staat die Leute, ihre Häuser so gut in Schuss zu halten?“ und „Ist es gefährlich, in den Wald zu gehen? Gibt es dort wilde Tiere oder Banditen?“ Besonders angetan waren die Besucher von der hiesigen Landschaft, die „unglaublich schön“ sei, und dem Pfälzerwald. Am Ende ihres Aufenthalts an der Meisterschule für Handwerker waren sich die Ausbilder einig, dass sie von den gesammelten Erfahrungen künftig profitieren werden, „denn“, wie einer von ihnen zusammenfasste, „sie helfen mir, die Bandbreite des Lehrstoffs zu erhöhen, die Lehrmethoden zu erweitern und mehr praktische Teile in die Ausbildung einzubauen“. Die Partnerschaft zwischen IPRC-South und der Meisterschule für Handwerker entstand im vergangenen Dezember bei einem Besuch von Schulleiter Eckhard Mielke und dem betreuenden Lehrer, Jürgen Clos, in Ruanda.