Ausstellung in Neongrün

Moderne Buchkunst in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern

Neongrün verbindet (von links): Bibliotheksleiterin Renate Flesch

Neongrün verbindet (von links): Bibliotheksleiterin Renate Flesch

Bis zum 10. Januar erstrahlt das Foyer der Pfalzbibliothek Kaiserslautern in Neongrün. Diese Farbe wählten drei Studentinnen der Kunsthochschule Mainz als künstlerische Konzeption für ihre Ausstellung „Edition Cuadro“, die unter dem Motto der diesjährigen Bibliothekstage Rheinland-Pfalz „Buchkunst – Kunst in Bibliotheken“ steht. „Neben historischer Buchkunst und etablierten Künstlern sind zurzeit im Land mutige Projekte junger Künstler zu sehen“, sagte Pfalzbibliotheksleiterin Renate Flesch und fährt fort: „Die Gesamtausstrahlung der Ausstellung beschwingt das Bibliotheksteam.“ Der Landtagsabgeordnete Manfred Geis, Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands Rheinland-Pfalz sowie des Ausschusses für Kunst, Kultur, pfälzische Geschichte und Volkskunde des Bezirkstags Pfalz, verrät, dass ihm Kunstausstellungen besonders am Herzen liegen und dankte der Pfalzbibliothek, dass sie „ganz junge Kunst in Rheinland-Pfalz“ zeige. Ihm sei wichtig, Menschen zusammenzuführen, die sonst unter sich bleiben, so zum Beispiel historisch Interessierte und junge Künstler.

Nadine Nitsche aus Mainz führte die Besucher in die Ausstellung von Julia Walther, Imran Utku und Vicky Stratidou ein, die ein experimentelles Druckwerk entwickelten. Es soll das erste im Projekt von Initiator und Herausgeber Mario Hergueta sein, bei dem unterschiedliche Künstler ein „Art Magazine“ gestalten, bei dem nur Format und Umfang festgelegt sind. Vicky Stratidou, so Nitsche, kommentiere ihre Arbeiten oft. Sie wolle beim Betrachter wieder den kindlichen Zugang zum Fühlen fördern und ihn dazu anregen, das Spiel des Lebens wahrzunehmen; hierfür habe sie die Faltskulpturen „Himmel und Hölle“ geschaffen. Julia Walters Fotos beschäftigten sich mit dem Bild im Bild; dem Betrachter begegneten „konstruierte Wirklichkeiten“. Imran Utku befasse sich mit einem „Rolla Bolla“, einem Balancegerät aus dem Zirkus; ihre körperliche Auseinandersetzung damit habe auch den künstlerischen Prozess beeinflusst. Fabian Striehl vom Pfalzbibliotheksteam wies die Besucher noch auf ein Buchregal hin, das in die Ausstellung eingebunden sei. Die Bücher, alle ausleihbar, habe man ebenfalls grün eingewickelt; er ermunterte die Besucher, den „Griff ins Unbekannte“ zu wagen. Die Pfalzbibliothek in Kaiserslautern, Bismarckstraße 17, ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet (Eintritt frei).