Ausstellung zur Deportation Pfälzer Juden nach Gurs

Projektarbeiten des Pfalzinstituts im Frankenthaler Rathaus

Beeindruckende Schülerarbeiten im Frankenthaler Rathaus: Ausstellung zur Deportation pfälzischer Juden nach Gurs

Beeindruckende Schülerarbeiten im Frankenthaler Rathaus: Ausstellung zur Deportation pfälzischer Juden nach Gurs

Noch bis 24. Januar präsentiert das Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation (PIH) im oberen Foyer des Frankenthaler Rathauses, Rathausplatz 2-7, werktags von 9 bis 16 Uhr Schülerarbeiten zur Deportation der pfälzischen Juden nach Gurs, die im Rahmen eines breit angelegten Projekts von Oktober und Dezember entstanden sind. „Die Auseinandersetzung mit diesem düsteren Kapitel der Regionalgeschichte ist eine permanente Aufgabe auch und gerade der Schule des Bezirksverbands Pfalz“, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder, zugleich Oberbürgermeister der Stadt Frankenthal, bei der Eröffnung. Denn 1811 sei auf dem Gelände des Pfalzinstituts die erste „Pfälzische Heil- und Pflegeanstalt“ für psychisch kranke Menschen eröffnet worden, zu der auch die sogenannte Taubstummenanstalt gehörte. 1940 verschleppten die nationalsozialistischen Machthaber von dort im Zuge der Deportation aller Pfälzer Juden nachweislich zehn Patientinnen und Patienten. Ein Gedenkstein am Haupteingang der Augustin-Violet-Schule erinnert noch heute an das Geschehen.

Zahlreiche Erinnerungsstücke, darunter Koffer und Kleidungsstücke aus der Zeit, und Briefzitate von Betroffenen stellen eine emotionale Beziehung zum Betrachter her. Darüber hinaus zieht die Ausstellung mithilfe einer Fotoserie über die Gedenkfeier am Stein für die Opfer der NS-Psychiatrie im November sowie einem 15-minütigen Video zum Zeitzeugen-Besuch von Paul Niedermann in ihren Bann. Der 86-Jährige Karlsruher, der sich nach dem Krieg in Paris niederließ, war als Kind im südwestfranzösischen Lager interniert; auf lebendige Weise schilderte er den interessierten Schülerinnen und Schüler des Pfalzinstituts unermüdlich seine Erlebnisse. Das ambitionierte Gesamtprojekt, an dem alle höheren Klassen des PIH beteiligt waren, lag federführend in Händen der Förderschullehrerinnen Andrea Esswein und Iris Klag.