Beeindruckende Plastiken aus 40 Jahren

Erich Sauer im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Aufgebrochen-bewegt: Erich Sauers „Knäuel“ von 1975 (Foto: Archiv Erich Sauer)

Aufgebrochen-bewegt: Erich Sauers „Knäuel“ von 1975 (Foto: Archiv Erich Sauer)

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern zeigt vom 16. Juli bis zum 21. August mit der Ausstellung „Erich Sauer – Einblick in das Werk“ eine konzentrierte Zusammenschau zum Schaffen des Frankenthaler Bildhauers. Die Ausstellung wird am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr durch den Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder und Ausstellungskurator Dr. Heinz Höfchen eröffnet. Mit einer beeindruckenden Suite teils großformatiger Bronzeplastiken aus dem Zeitraum von 1970 bis 2010 wird exemplarisch die künstlerische Entwicklung Erich Sauers aufgezeigt: Von vielfigurigen, aufgebrochenen und bewegten Kompositionen zur blockhaft statuarischen Einzelfigur. Dabei ist immer das Menschenbild Grundlage seiner Bildideen und vielfältigen Themen, die ein humanistisch geprägtes Werk erkennen lassen. Nachdem er anfangs auch in Holz und Stein gearbeitet hatte, wurde seit den 70er Jahren der Bronzeguss für Erich Sauer das alleinige Ausdrucksmittel. In dieser Technik hat er zur Umsetzung grundlegender plastischer Wertigkeiten gefunden und eine sehr persönliche ästhetische Oberflächenbehandlung seiner Bildwerke entwickelt. Die Ausstellung zeigt deutlich den Rang Sauers in der zeitgenössischen Plastik der Pfalz.

Erich Sauer wurde 1931 in Frankenthal geboren. Nach einer abgeschlossenen handwerklichen Ausbildung hat er sich 1962/63 bei der Bildhauerei E.T. Veith in Mannheim weitergebildet. Seit 1964 unterhält er eine eigene Bronzegießerei. 1968 bis 1971 schloss sich ein Studium an der Sommerakademie Salzburg an, die er mit einem Stipendium des österreichischen Staates besuchte. Dort war er bis 1973 Meisterschüler des italienischen Plastikers Marcello Mascherini. Seit den 60er Jahren bis heute ist Erich Sauer in Frankenthal tätig – durch viele Arbeiten im öffentlichen Raum ist sein Werk in der Region Pfalz weit verbreitet: Seiner Kunst am Bau begegnet man etwa an der Versöhnungskirche in Kaiserslautern, der Lutherkirche in Frankenthal oder der Aussegnungshalle in Eppstein. 1994 wurde er als erster „Künstler für den Frieden“ der Vereinten Nationen in Genf ausgezeichnet und mit einer Einzelausstellung im Palais des Nations geehrt. 2001 bis 2011 war er Künstlerischer Leiter und Dozent der Brandenburger Sommerakademie Strausberg für Bronzeguss, sowie 2005 bis 2011 Leiter des Workshops Steinguss und Betonskulpturen am Dilsberg/Heidelberg. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.pfalzgalerie.de.