Bildlabor – künstlerische Praxis im Mittelpunkt

Landauer Kunststudierende stellen aus

Spannende Einblicke: Landauer Kunststudentinnen und -studenten beim experimentellen Drucken

Spannende Einblicke: Landauer Kunststudentinnen und -studenten beim experimentellen Drucken

Mit „Bildlabor“ präsentiert das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) vom 17. April bis 16. Juni eine ungewöhnliche Ausstellung: Nicht bereits etablierte Künstlerinnen und Künstler stellen aus, sondern 18 junge Studierende des Faches Bildende Kunst an der Universität im südpfälzischen Landau. Neben Kunstgeschichte und Kunstdidaktik steht in Landau die künstlerische Praxis im Mittelpunkt der Ausbildung: Malen und Zeichnen, plastisches Gestalten und druckgrafische Techniken, Fotografie und digitale Bildbearbeitung. Zu sehen sind rund 30 Zeichnungen, Hochdrucke und Radierungen, die nicht nur ein breites Spektrum an künstlerischen Ausdrucksweisen repräsentieren, sondern darüber hinaus das Atelier als Ort des Experimentierens vorstellen. Vom ersten Semester an werden die Studierenden in Landau ermutigt, ihre Techniken zunächst zu vertiefen, um sie dann zu erweitern. Die Mittel der Zeichnung werden dabei ebenso wie die traditionellen Materialien und Methoden der Druckgrafik verändert und auf neue Möglichkeiten hin untersucht. Folien, Karton und Fundmaterialien werden zu Druckstöcken, Monotypien werden in Zeichnungen integriert, die Filzstiftzeichnung widersteht der Ätzung auf der Metallplatte, Zeichnungen werden zu einem Film animiert. „Bildlabor“ wird in Anwesenheit der Studentinnen und Studenten sowie Professoren am Dienstag, 16. April, um 19 Uhr durch Museumsdirektorin Dr. Britta E. Buhlmann, Prof. Dr. Roman Heiligenthal, Präsident der Universität Koblenz-Landau, und Prof. Dr. Christoph Zuschlag vom Institut für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst der Universität Landau eröffnet.

Wenn in einem Atelier wie in einem Labor experimentiert und versucht, verworfen und weiterentwickelt wird, dann kann man von einem Bildlabor sprechen. Der Begriff der »künstlerischen Forschung« (»artistic research«), also der Gedanke, dass Künstler spezifische Methoden und Strategien durch Experimente entwickeln, ist keineswegs neu. In den letzten Jahren bestimmt er jedoch zunehmend die Diskurse an den Kunsthochschulen. Ein Universitätsinstitut wie das in Landau, an dem wissenschaftliche und künstlerische Ausbildung Hand in Hand gehen, ist geradezu prädestiniert dafür, der Frage nach einem spezifischen Forschungsbeitrag der Künste nachzugehen.

Die Ausstellung gibt spannende Einblicke in die studentischen Bildlabore. Wie arbeiten junge Menschen heute mit den klassischen druckgrafischen Techniken, wie gehen sie mit dem Medium Zeichnung um? Das mpk öffnet sich dem künstlerischen Nachwuchs und zeigt exemplarisch dessen kreatives Potential. Die Ausstellung präsentiert Experimentelles – und ist selbst ein Experiment. Sie wird im Anschluss von der Jan Długosz Universität Częstochowa (Polen) übernommen, zu der die Universität Koblenz-Landau seit vielen Jahren eine Partnerschaft unterhält. Es erscheint ein 64-seitiger Katalog in deutscher und englischer Sprache mit vielen Abbildungen, der zum Preis von 14 Euro an der Museumskasse erhältlich ist. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern ist dienstags von 11 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.