Blog zum Anne Frank-Projekt (Ausstellung mit Begleitprogramm)

19. April 2018

Widerstand (un)möglich?!

„Faktenreich“ und „ansprechend vorgetragen“ war der Eindruck, den die Referenten bei den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern der Pfalzbibliothek Kaiserslautern hinterlassen haben. Dr. Klaus J. Becker, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs Ludwigshafen, und Philippe Haller, Student der Geschichts- und Politikwissenschaften in Heidelberg, stellten Formen und Persönlichkeiten des politischen Widerstands und politischer Verfolgung in der Pfalz vor. Pfalzbibliotheksleiterin Renate Flesch freute sich über die „gelungene Veranstaltung“ mit dem Titel „Widerstand (un)möglich?! Die pfälzischen Arbeiterparteien im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“.

14./15. April 2018

Chawwerusch Theater beeindruckt mit Stück zur Identität

Dass man schon mal in der Psychiatrie landen kann, wenn man nicht ganz ins Raster passt, erlebt „Sem“, einem nach zehnjähriger Abwesenheit auftauchenden Kriegsheimkehrer, der in der Heimat für tot erklärt worden war. Seine Papiere hatte er auch verloren. Deshalb nahm er sich die Papiere eines toten Fremdenlegionärs, der zu Hause mit krimineller Energie unterwegs war. Doch dieses Leben wollte er nicht fortsetzen. Schließlich in der Psychiatrie gelandet, schreibt er seine Geschichte als Theaterstück auf, gibt sie seinem Arzt und mit ihm führt er sie auf – das Publikum fungiert als zuschauende Anstaltsinsassen. 

Die Frage, wer wir eigentlich sind, wird unter den unterschiedlichsten Aspekten beleuchtet. Das Publikum in Waldmohr und Pirmasens war beeindruckt und begeistert von dem zweistündigen Stück „Kennen Sie die Milchstraße?“ und dankte es den beiden Schauspielern Ben Hergl als Sem Kiefer und Thomas Kölsch als den Arzt Dr. Förster, den Ratsschreiber Krumbauer, den Versicherungsagenten Dr. Tresser, den halbseidenen Wirt Salvatore Diavo und den Todesfahrer Ben vom Chawwerusch Theater.

9./10. April 2018

Schulung der Peer Guides

28 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren aus unterschiedlichen Pirmasenser Schulen haben sich gemeldet, um Gleichaltrige bis Anfang Mai durch die Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ im Kulturforum Alte Post zu führen und mit ihnen zu diskutieren. Zwei Mitarbeiter vom Anne Frank Zentrum sind aus Berlin nach Pirmasens gekommen, um sie auszubilden. Die Jugendlichen sind beeindruckt von Anne Frank, die sie als Vorbild empfinden: „Sie ist souverän mit ihrer Situation umgegangen“,  „sie wurde nicht verbittert, hat immer nur das Gute gesehen“, sagen sie.

Auch könne man Bezüge zur heutigen Situation ziehen. Unter anderem erhalten sie Tipps, wie man mit Gruppen umgeht. Ein spannendes Projekt, so die einhellige Meinung

8. April 2018 (abends)

Spielfilm zu Anne Frank

„Das Tagebuch der Anne Frank“ heißt ein Spielfilm von 2016, den das Union – Studio für Filmkunst in Kaiserslautern zeigt. Die junge Schauspielerin Lea van Acken ist eindrucksvoll in der Titelrolle an der Seite von Ulrich Noethen als Vater Otto Frank und Martina Gedeck als Mutter Edith Frank zu sehen.

Regisseur Hans Steinbichler hat das außergewöhnliche und bewegende Porträt eines Mädchens und seiner Familie sowie der Mitbewohner und Helfer geschaffen. 

Mit der Filmvorführung startet das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung.

8. April 2018 (morgens)

Reges Interesse an Ausstellungseröffnung

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher sind interessiert am Schicksal von Anne Frank, der eine Ausstellung im Kulturforum Alte Post in Pirmasens gewidmet ist. Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder, der Pirmasenser Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis und Patrick Siegele vom Anne Frank Zentrum Berlin eröffnen. „Erinnerung bedeutet die Pflicht, die kulturellen und ethischen Werte weiterzugeben“, sagt Wieder. „Das Miteinander, der Respekt und die Solidarität sind der Schlüssel zum Menschen.“ Musikalisch gestaltet die Kaiserslauterer Band „Shaian“ aus Pfälzern, Studenten und Flüchtlingen die Eröffnung. Zu sehen ist die Schau bis 4. Mai täglich von 10 bis 17 Uhr.

5. April 2018

Erster Ausstellungsrundgang

Zu den ersten, die die Ausstellung besuchen, gehört Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder, der die Idee hatte, die Schau in die Pfalz zu holen und mit einem umfangreichen Begleitprogramm auszustatten. „Die Frage, die über allem steht“, so Wieder, „lautet: Wie konnte das geschehen? Wie gelang es, mit wenigen Kniffs eine Rechtsordnung wie die Weimarer Republik außer Kraft zu setzen?“ 

Den Bezirksverband Pfalz interessiere, ob das Eis, auf dem wir heute kulturell stehen, dicker als 1933 ist. Dies heiße, es gehe nicht um die Vergangenheit, sondern um die Gegenwart und Zukunft. „Angesichts von Hasstiraden und Diskriminierung in den sozialen Netzwerken ist ein solches Projekt von immenser Bedeutung.“ Deshalb sei es auch pädagogisch ausgelegt, indem 30 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren Gleichaltrige durch die Ausstellung führen.

4. April 2018

Startschuss für das Anne Frank-Projekt

Die Spedition fährt vor das Kulturforum Alte Post in Pirmasens und lädt die Container aus. Sie bergen insgesamt elf Stellwände der Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“. 

Mitarbeiter des Anne Frank Zentrums Berlin sind eigens in die westpfälzische Stadt gekommen, um die Schau aufzubauen. Die Container werden in das Erd- sowie zweite Obergeschoss des Gebäudes transportiert und ihr Inhalt aufgebaut: Sieben Module im zweiten Obergeschoss beschäftigen sich mit der Historie, dem Leben von Anne Frank und ihrer Familie; das fünfte Modul ist ein besonderes, denn es beleuchtet als Gedankenraum, in dem man Tagebuch-Zitaten lauschen kann, das Versteck in Amsterdam.

Vier Module im Erdgeschoss stellen den aktiveren Teil dar, der das Hier und Jetzt in den Blick nimmt. So geht es beispielsweise um folgende Fragen:

Wer sind wir? Wie sehen wir andere? Wen grenze ich aus? Das regt an, sich nicht nur mit dem Gewesenen, sondern der heutigen Verortung Gedanken zu machen.