Bunter künstlerisch-musikalischer Dialog

Kunst(früh)stück im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Rot verstärkt Plastizität: Hans Nagels Röhrenknäuel-Arbeit von 1965

Rot verstärkt Plastizität: Hans Nagels Röhrenknäuel-Arbeit von 1965

Das Kunst(früh)stück am Sonntag, 25. September, um 11 Uhr bietet einen Dialog zwischen Jazz und Bildhauerei im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern. Dr. Annette Reich und Martina Treiber vom Museum des Bezirksverbands Pfalz bekommen diesmal Unterstützung der Kaiserslauterer Band „Graadselääds“. Farben beeinflussen den Betrachter bewusst und unterbewusst, lösen Emotionen und Assoziationen aus. So kann die Farbe Rot für Vitalität und Energie, Liebe und Leidenschaft stehen. Sie kann aber auch aggressiv und aufwühlend wirken, Wut, Zorn und Brutalität verkörpern. Ein kühles Blau vermittelt Ruhe und Sehnsucht, die aber auch in Melancholie umschlagen kann. Diese unterschiedlichen Eigenschaften und Wirkungsweisen von Farbe nutzen auch Bildhauer für ihre Werke. So verstärkt feuerrote Lackfarbe die Plastizität von Hans Nagels Röhrenknäuel-Arbeit. Ein sich kraftvoll im Raum ausdehnendes und raumbeherrschendes Gebilde mit dem Titel „Signalrot“ windet sich mit unbändiger Kraft, scheint sich vor den Augen des Betrachters zu bewegen. Die klare und leuchtende Farbe steigert die Dynamik und Spannung.

Dass zwischen Musik und bildender Kunst gewisse Zusammenhänge bestehen, lassen die beiden Redewendungen „Klangfarben der Musik“ und „Farbklänge der Kunst“ vermuten. Während inzwischen in der Kunst die verschiedenen Farbtöne und Mischungsverhältnisse mit genauen Mess- und Vergleichsmethoden festgelegt sind, bereitet die Ermittlung der Klangfarbe eines Musikinstrumentes erheblich größere Schwierigkeiten. Es gibt eine beinahe unübersichtliche Palette, die mit ihren feinen Nuancen schier unmöglich zu erfassen und einzuordnen ist. Dieses Problem der Nichtmessbarkeit und Vergänglichkeit der Klangfarben hat die Musikwelt bisher stark beschäftigt und man findet immer wieder Hinweise auf eine mögliche Verwandtschaft zwischen Tönen und Farben, eine Verwandtschaft, die vorhanden und doch nicht fassbar scheint. Über Verbindungen zwischen bildender Kunst und Musik können die Museumsbesucher bei kulinarischen Köstlichkeiten des Restaurants „Visione“ weiter diskutieren. Eine verbindliche Anmeldung mit Vorauskasse ist ab sofort unter der Telefonnummer 0631 3647-201 oder per E-Mail (info@pfalzgalerie.bv-pfalz.de) möglich. Der Eintritt mit Frühstück beträgt 13 Euro pro Person; Kinder zahlen 6 Euro und Familien (zwei Erwachsene mit Kindern bis 12 Jahre) 32 Euro.