Das Bild der Pfalz in der Literatur

Ausstellung in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern eröffnet

Thema weckte großes Interesse: Besucherandrang bei der Ausstellungseröffnung

Thema weckte großes Interesse: Besucherandrang bei der Ausstellungseröffnung

„Es ist sprichwörtlich, dass die Pfälzer ihre Heimat lieben“, sagte der Landauer Schriftsteller Wolfgang Diehl zu Beginn seines Vortrags, mit dem die Ausstellung „Lieblich bist du, o Pfalz“ in der Pfalzbibliothek in Kaiserslautern, Bismarckstraße 17, eröffnet wurde. Sie zeigt bis 30. Juni etwa 25 alte Bücher, ein paar Bilder sowie etliche Gedichte und Textpassagen. Der Kenner der Pfalz und ihrer Literatur nahm die große Zahl der Besucher auf eine literarische Reise durch die Jahrhunderte mit, auf der er zeigte, wie einheimische und auswärtige Schriftsteller die pfälzische Landschaft schilderten. Die ausgewählten Beispiele ergaben ein vergnügliches Potpourri, das der Autor mit eigener Prosa und Lyrik würzte. Das Thema „Heimat“ sei wieder aktuell, befand Institutsdirektor Dr. Theo Schwarzmüller bei der Begrüßung; das Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde habe es bereits vor ein paar Jahren mit seiner Publikation „Heimat Pfalz“ aufgegriffen. Musikalische Akzente setzte die Flötistin Heike Bodesohn.

Ekkehard von St. Gallen lieferte wohl die älteste, oberflächliche Beschreibung der hiesigen Landschaft, erläuterte Diehl. 1645 lieferte Matthäus Merians „Topographia Germaniae“ eine unendliche Menge an Fakten, übers Land gab es jedoch nur allgemeine Informationen. Es folgten relativ trockene topografisch-historische Beschreibungen, aus denen sich dann um 1800 die Reiseführer entwickelten. Nach dem Wiener Kongress, bei dem die Pfalz Bayern zugeschlagen wurde, erlebte die Pfalz großes Interesse. Neben den Reiseführern kommen im 19. Jahrhundert die sehr subjektiven Reisebiografien auf. Martha Saalfeld gehöre zu den wenigen, so Diehl, die die pfälzische Landschaft tatsächlich bedichtet hätten. Eine der bedeutendsten Pfalz-Beschreibung stamme allerdings von einem Nicht-Pfälzer, nämlich von Friedrich Hölderlin. Auch Goethe habe sie auf seiner Reise in die Schweiz geschildert; bei ihm ergänzten sich Landschaft und Stimmung. Eine nicht minder wichtige Beschreibung lieferte der englische Schriftsteller William Howitt 1842, die jedoch nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Die Romantiker Pfarrer Friedrich Blaul, Franz Weiss sowie August Becker hätten der Nachwelt emotionale Reiseschilderungen hinterlassen, wobei letzterer auch heutigen Pfalz-Freunden ein unverzichtbares Vademekum an die Hand gegeben habe.

Als Thema des Monats bietet die Pfalzbibliothek zur Ausstellung „Die Pfalz in der Kunst“; im Lesesaal findet der Interessierte eine Auswahl von Bänden über Landschaftsmalerei und -fotografien, die zur Ausleihe zur Verfügung stehen. Auch viele Bücher, die ausgestellt werden, können als Nachdruck ausgeliehen werden. Die Pfalzbibliothek Kaiserslautern ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.pfalzbibliothek.de.