Den Pfälzerwald weiterentwickeln

Bezirkstagsvorsitzender stellt Aufgabenprogramm vor

Für den Tourismus von außerordentlichem Wert: die zahlreichen Hütten im Pfälzerwald (im Bild: Pfälzerwald-Vereinshütte „Dicke Eiche“ bei Hauenstein

Für den Tourismus von außerordentlichem Wert: die zahlreichen Hütten im Pfälzerwald (im Bild: Pfälzerwald-Vereinshütte „Dicke Eiche“ bei Hauenstein

Zahlreiche Projekte laufen zurzeit im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald, für den der Bezirksverband Pfalz seit Anfang 2014 die Verantwortung übernommen hat. Einem Kreis von Journalisten gab Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder einen Zwischenbericht über anstehende Aufgaben. Insbesondere um das Hüttenwesen sorgt sich Wieder, das ein wichtiger Faktor mit Alleinstellungsmerkmal im Pfälzerwald darstelle: „Der Tourismus wäre gefährdet, wenn es sie nicht mehr gäbe.“ Viele von den Ortsgruppen des Pfälzerwald-Vereins (PWV) und der Naturfreunde ehrenamtlich betriebenen Hütten entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen, was Brandschutz, Baurecht und Hygienestandards betreffe. Wieder kündigte eine Bestandsaufnahme aller Hütten an, der ein den gesetzlichen Bestimmungen entsprechendes Sanierungsprogramm folge, das auch die Bausummen für die einzelnen Maßnahmen enthalten müsse. Sodann sei mit dem Land ein Investitionsprogramm und mit dem PWV und den Naturfreunden ein Ablaufplan für die nächsten Jahre zu erstellen. Die Begutachtung der Hütten solle ein Architekt vornehmen, der womöglich befristet beim Bezirksverband Pfalz beschäftigt werde. „Der Bezirksverband Pfalz ist bereit, bei dieser für die touristische Infrastruktur maßgeblichen Angelegenheit eine Steuerungs- und Moderationsfunktion zu übernehmen“, so Wieder.

Bei der Kernzonen-Entwicklung steht die Forderung im Raum, mindestens drei Prozent der Fläche des Biosphärenreservats auszuweisen; momentan seien aber nur 2,1 Prozent der Fläche als Kernzone bewertet, in der keine Waldnutzung stattfinden darf. „Das heißt es sind noch weitere 1.600 Hektar auszuweisen“, erläutert Wieder, was aufgrund der verschiedenen Nutzer – Land, Kommunen und einzelne Privatbesitzer – nicht einfach sei. Eine Evaluation der bisherigen Kernzonen habe stattgefunden, demnächst müsse in einem Spitzengespräch zwischen Land und Bezirksverband Pfalz ein Vorschlag erarbeitet werden, welche weitere Flächen ausgewiesen werden sollen, um dann in die interkommunale Diskussion einzusteigen. Wieder wünscht sich hierbei, bis Ende des Jahres die abgestimmten neuen Flächen für die Kernzonen-Ausweisung dem Land als Entscheidungsträger vorlegen zu können. Neben den Kernzonen sei auch die Offenhaltung um Siedlungen im Pfälzerwald wichtig. Um eine Verbuschung abzuwehren, führe der Bezirksverband Pfalz zusammen mit Partnern etliche Beweidungsprojekte durch.

Am Herzen liegt Wieder auch die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den französischen Partnern, dem Sycoparc Nordvogesen. Ein Lenkungsausschuss sei inzwischen reaktiviert. Nun werde jeder Partner Projekte benennen, die im Biosphärenreservat grenzüberschreitend in Angriff genommen werden sollen. Wichtig sei es darüber hinaus, eine Regionalmarke für die Produkte des Biosphärenreservats zu schaffen, die dann auch in den Hütten im Pfälzerwald vermarktet werden könnten.

Ein besonderes Projekt stellte Wieder mit der Entwicklung eines Umweltbildungszentrums vor. Hier gehe es darum, die bestehenden Einrichtungen, wie Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim, Pfalzakademie und Regioakademie in Lambrecht, Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz und Biosphärenhaus in Fischbach, miteinander zu vernetzen. Dabei spiele die Pfalzakademie sowie die Regioakademie eine besondere Rolle. In Zusammenarbeit mit den Schulen und mit Jugendverbänden soll so „die Leitidee des Biosphärenreservats noch mehr Breitenwirkung erhalten“. Schließlich arbeite man auch an der Weiterentwicklung der Besucherlenkung, bei der das Markierungswirrwarr mit teilweisen Lücken einer einheitlichen Markierung im Pfälzerwald weichen müsse. Hier gebe es schon große Fortschritte in der Südpfalz, woran man sich orientieren könne. Bei der „insgesamt sehr anspruchsvollen Aufgabe“ stelle sich, so Wieder, allerdings auch die Frage, „ob die Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Naturpark Pfälzerwald personell ausreichend ausgestattet ist“.