Die Zukunft der deutschen Theater und Orchester gestalten

Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins im Pfalztheater Kaiserslautern

Ort der diesjährigen Hauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins: das Pfalztheater in Kaiserslautern

„Die Zukunft der deutschen Theater und Orchester zu gestalten, sie zu erfinden, dazu sind wir hier“, begrüßte der Vize-Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Horst Johanning, in Vertretung der Präsidentin Prof. Barbara Kisseler die Gäste der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins, die dieses Jahr zum ersten Mal im Pfalztheater Kaiserslautern stattfindet. Heute und morgen treffen sich hier über 200 Intendanten und Direktoren der deutschen Theater und Orchester und die dafür verantwortlichen Kulturpolitiker.

Der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder sprach zu den Tagungsteilnehmern im Namen des Bezirksverbands Pfalz als Träger des Pfalztheaters. Die Wahl des Tagungsortes sehe er „als Anerkennung für die großartigen Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Theaters und für seinen Träger, der in einem deutschlandweit ziemlich einzigartigen erfolgreichen Modell einer gemeinsamen Finanzierungsstruktur von Kommunen, Stadt und Land die Planungssicherheit und Zukunftsfähigkeit dieses Hauses gewährleistet.“ Die Träger des Hauses – der Bezirksverband Pfalz, die Stadt Kaiserslautern und das Land Rheinland-Pfalz – müssten sich „immer wieder bewusst machen, welche wegweisende auf mehreren Schultern liegende und damit stabile Konstruktion hier geschaffen wurde, welche kulturpolitische Leistung das Theater für Stadt, Region und für die Menschen erbringt und welche Chancen sich bei einer Weiterentwicklung des Angebots für viele andere gesellschaftspolitische Problemfelder eröffnet.“ Wieder gab zu bedenken, dass Theater „Lebensmittel“ seien: „Provokant formuliert: Ein Theater ist nicht wirtschaftlich, es ist wesentlich.“ Er versicherte, dass der Bezirksverband Pfalz auch in Zukunft zum Pfalztheater als Leuchtturm der pfälzischen Kulturlandschaft, zu seiner Aufgabe für die Menschen in der Region und somit zur Vorhaltung des „Lebensmittels Kultur“ stehen werde.

Prof. Dr. Konrad Wolf, rheinland-pfälzischer Staatsminister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, freute sich, dass die Jahreshauptversammlung in einem Haus stattfinde, das für viele kulturbegeisterte Menschen ein Stück Heimat sei und das im Zentrum der Kulturszene Kaiserslauterns stehe. „Wir haben in diesem Land eine Theaterlandschaft, die in die Gesellschaft hineinwirkt und auf die wir stolz sein können.“ Dabei bekenne sich die Kulturpolitik in Rheinland-Pfalz „sowohl zur Exzellenz wie auch zur Vielfalt in der Breite.“

Der Bühnenverein berät über die Zukunft von Schauspiel, Oper, Tanz und Konzert sowie über aktuelle kulturpolitische Themen. Ein Schwerpunkt der Jahreshauptversammlung 2016 wird der Bau und die Sanierung von Theatergebäuden und Konzerthallen sein. Hier geht es unter anderem um die Frage, ob und wie man in Zukunft die immer häufiger auftretenden Probleme bei Großprojekten vermeiden kann. Des Weiteren wird es um die Arbeitsbedingungen der Künstlerinnen und Künstler an Theatern und Orchestern gehen. „Besonderes Augenmerk werden wir hier auf die tariflichen Strukturen, aber auch auf die einschlägigen gesetzlichen Regelungen legen. Viele dieser Regelungen werden den Abläufen in Theatern und Orchestern nicht gerecht“, sagte Bühnenvereinspräsidentin Prof. Barbara Kisseler vor dem Treffen.

Der Ort der Jahreshauptversammlung des Bühnenvereins wechselt jedes Jahr. Das letzte Mal zu Gast in Rheinland-Pfalz war der Verband im Jahr 1988, damals in Koblenz.