Ein Paar im Garten

Bild des Monats im mpk

Leuchtende Farben in verschiedenen Kontrasten: André Massons „Couple dans un jardin“ von 1962/63

(Foto mpk, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016)

Leuchtende Farben in verschiedenen Kontrasten: André Massons „Couple dans un jardin“ von 1962/63 (Foto mpk, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016)

Im Rahmen der Reihe „Bild des Monats“ stellt das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1, jeden ersten Samstag eines Monats ein Kunstwerk aus dem Museumsbestand vor. Am Samstag, 2. September, um 15 Uhr steht das Gemälde „Couple dans un jardin“ von André Masson im Mittelpunkt der Betrachtung. Sabrina Noß, wissenschaftliche Volontärin der Museumspädagogik im mpk, erläutert das Bild und steht den Kunstinteressierten Rede und Antwort.

Der Maler und Graphiker André Masson (1896-1987) gilt als Erfinder der Technik der „écriture automatique“ (automatischen Handschrift), die Irrationalem und Unbewusstem erstmals Zugang in die Kunst gewährte und damit einer völlig neuen Art der Gestaltung den Weg ebnete. Auf dieser Technik, die besonders bei den Surrealisten Anwendung fand, basieren außerdem die Stilrichtungen des lyrischen Informel in Europa sowie der abstrakte Expressionismus in den USA. Daher kann Masson als ein Wegbereiter dieser Strömungen bezeichnet werden. Im Gemälde aus der Sammlung des mpk „Couple dans und jardin“ (Ein Paar im Garten) kombiniert André Masson leuchtende Farben in verschiedenen Kontrasten mit einem einzigartigen Pinselduktus. Darüber hinaus findet sich in dem Werk auch das ungewöhnliche Material Sand, das er zuvor bereits für eine Reihe von Bildern im Stil der „écriture automatique“ verwendet hat. Seine Bildwelten sind geprägt von einer besonderen Dynamik, die durch das Zusammenspiel der Gegensätze von Linien und Flächen sowie durch den Kontrast der im Bild verwendeten Komplementärfarben ins Auge fällt. Das Motiv spielt dabei mit Assoziationen und dem Betrachter scheinbar bekannten, jedoch nicht wirklich greifbaren Formen, die ganz im Sinne des Surrealismus aus dem Unterbewussten zu schöpfen scheinen. Im Anschluss an die Bildbetrachtung besteht die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen mit den „Freunden“ des mpk ins Gespräch zu kommen. Der Freundeskreis freut sich auch über neue Mitglieder, die ihre Ideen einbringen.