Ein Programm, das Vorfreude weckt

Spielplan 2013/14 des Pfalztheaters vorgestellt

Arbeitsverhältnisse verlängert: Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder (Mitte)

Arbeitsverhältnisse verlängert: Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder (Mitte)

„Wir setzen auf Planungs- und Zukunftssicherheit für das Pfalztheater Kaiserslautern“, kündigte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder im Rahmen der Vorstellung des Spielplans für die kommende Saison 2013/14 an. Daher sei die Verlängerung der Verträge mit Intendant Urs Häberli und Generalmusikdirektor Uwe Sandner bis 2017 „die bestmögliche Lösung an der Spitze des Hauses“. Außerdem stocke das Land in den kommenden drei Jahren seinen Zuschuss um 450.000 Euro pro Jahr auf. Diese beiden Maßnahmen würden das Theater des Bezirksverbands Pfalz stabilisieren, dessen Arbeit durch Kreativität gekennzeichnet sei und das sich über eine überwältigende Akzeptanz durch das Publikum freuen könne. Urs Häberli habe für die neue Saison ein Programm zusammengestellt, das sich sehen lassen könne und Vorfreude wecke.

Das Pfalztheater eröffnet am 21. September mit der selten und in Kaiserslautern noch nie gespielten Revolutionsoper „Regina“ von Albert Lortzing die neue Spielzeit, eine Koproduktion mit dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen. Am 28. September wird zum ersten Mal in der neuen Saison die Werkstattbühne mit dem Sozialdrama „Waisen“ bespielt. Der Brecht-Klassiker „Leben des Galilei“ ist am 5. Oktober die erste Schauspielpremiere im Großen Haus, erneut eine Kooperation mit dem Pfalzbau; das Schauspiel dürfte auch für Schulen besonders interessant sein. Einen Höhepunkt bildet die Mitte der Spielzeit mit einem zentralen Dreifachwerk, das sich der Antike widmet: Zur Aufführung kommen das Schauspiel „Kassandra“ nach Christa Wolf mit Tänzern und Schauspielern (ab 31. Januar), die Tragödientrilogie „Orestie“ von Aischylos (ab 1. Februar) und die Oper „Iphigenie auf Aulis“ von Christoph Willibald Gluck (ab 22. Januar). Am 29. März ist mit allen drei Stücken eine „Antikennacht“ geplant.

Freunde des Musiktheaters können sich auf das Ballett „Der Pagodenprinz“ von Ballettdirektor Stefano Gianetti ab 13. Oktober freuen, das die Musik von Benjamin Britten umsetzt und in das Reich der Mitte entführt. Mit der populärsten Operette „Der Vetter aus Dingsda“ sind ab 26. Oktober mal wieder viele Hits zu erleben. Als deutsche Erstaufführung kommen in Koproduktion mit dem Théâtre National du Luxembourg zwei Kammeropern am 2. November auf der Werkstattbühne zur Aufführung: „Da kommt von wer“ von Knut Vaage und „Ein Mond aus kochender Milch“ von Camille Kerger. Es folgen die komische Oper „Viva la Mamma“ ab 21. Dezember, das Ballett „Die vier Jahreszeiten“ am 18. Januar, „Lady Macbeth von Mzensk“, eine Schostakowitsch-Oper, am 6. April und die Puccini-Oper „Manon Lescaut“ am 17. Mai. Die Neuproduktion der „West Side Story“ von Leonhard Bernstein ist nach 30 Jahren mal wieder in Kaiserslautern zu hören und zu sehen; das Musical, das am 14. Juni Premiere feiert, beschließt im Musiktheater die neue Spielzeit.

Die erfolgreichste Komödie seit 30 Jahren ist „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn, die am 30. November aufgeführt wird. „Judas“, ein Monolog, kommt am 24. Januar in einer Kirche zur Aufführung – damit will das Pfalztheater neue Spielorte für sich entdecken. Ab 13. März steht die brillante Ensemblekomödie „Der Vorname“ und ab 15. März die skurrile Collage „Liebe und Information“ auf dem Programm. „Hiob“ stellt eine packende Bearbeitung des großen Romans von Joseph Roth dar (ab 26. April). Und „Kohlhaas“ bietet Erzähltheater nach einer Novelle von Heinrich von Kleist (ab 8. Mai). Mit dem Stück „Käthe Hermann“ will das Pfalztheater seine langjährige Schauspielerin Geertje Nissen ehren, die 2014 ihren 70. Geburtstag feiert.

Das Kinderstück „Honigherz“ will die allerjüngsten Zuschauer, Kinder ab zwei Jahre, erreichen; das Clownstheater – ein neues Format des Pfalztheater-Teams, geht erstmals am 26. September im Theodor-Zink-Museum in Kaiserslautern über die Bühne. Und das Kinderstück „Die Bremer Stadtmusikanten“ nach den Brüdern Grimm feiert am 14. November im Großen Haus seine Uraufführung. Mit dem Stück „Zigeuner-Boxer“, das die Lebensgeschichte des Sinti-Boxers Rukeli Trollmann beleuchtet, der 1944 im KZ ermordet wurde, geht das Pfalztheater in die Klassenzimmer. Zusammen mit einem Konzert am 9. November mit Musik von Arnold Schönberg, Paul Hindemith und Ludwig van Beethoven leistet es damit einen Beitrag zum Gedenken an die ins südfranzösische Gurs deportierten Pfälzer Juden.

Neu im Programm ist ein Ein-Frau-Stück, das in Privathaushalten in und um Kaiserslautern zur Aufführung kommt: Wer will, kann mit „Welche Droge passt zu mir?“ beispielsweise seine Geburtstagsfeier aufpeppen. Günther Fingerles beliebte Schlagerabende finden ab 27. März ihre Fortsetzung, wenn es heißt „Ein Lied kann eine Brücke sein“. Fortgesetzt wird auch das beeindruckende Tanzprojekt „Begegnungen“, diesmal mit Schülerinnen und Schülern. Und am 8. Februar wird es wieder einen Opernball geben. Weitere Informationen finden sich unter http://www.pfalztheater.de/cms/index.php