Ein saniertes Haus für Ältere

Einweihung der neuen Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am 12. Januar 2015

Die neue Klinik für Gerontopsychiatrie

Die neue Klinik für Gerontopsychiatrie

Klingenmünster. Gleich oberhalb der Weinstraße liegt das Gebäude 44 des Pfalzklinikums. Monatelang prägte hier ein Bauzaun die Umgebung, am Montag, 12. Januar präsentierte sich die ehemalige Baustelle in vollendeter Form den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Das neue Haus der Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie wurde im Beisein von Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), neue Staatsministerin für Gesundheit, feierlich eingeweiht.

Entstanden sind großzügig gestaltete, barrierefreie Räume, in denen sich ältere, erkrankte Menschen wohlfühlen und genesen können. Helle Zwei- und Dreibettzimmer, Holzfußböden und naturnahe Materialien tragen hierzu bei.

Die Pfalz findet sich im neuen Gebäude überall: Große Fotos vor den Stationszimmern zeigen Weinberge, Kastanien oder markante Ecken der Weinstraße. Die Farbakzente im Inneren stehen für Sandstein, Weinberge und Wald, oder für den „immer blauen Pfälzer Himmel“, erklärte Sven Kaufmann, Pflegedienstleiter der Gerontopsychiatrie, der die Veranstaltung moderierte. Neben dem regionalen Bezug sorgen auch Elemente früherer Zeit im Bauwerk für besondere Raffinesse: Ein Brunnen im Außenbereich oder ein Glasmosaik im Treppenhaus haben den Umbau überdauert, sie stammen aus den 1960er Jahren. In den nächsten Tagen ziehen drei Stationen der Gerontopsychiatrie ins neue Haus ein, die G1 und G2 mit dem Schwerpunkt Demenz sowie die G3 mit dem Schwerpunkt Depressionsbehandlung. Aber auch für alle anderen Menschen über 65 Jahre mit psychischen Beeinträchtigungen hat die gerontopsychiatrische Klinik einen regionalen Versorgungsauftrag. Ambulante Behandlungen im Rahmen der Psychiatrischen Institutsambulanz sowie tagesklinische Plätze runden das Angebot ab.

Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke wies auf die Symbolik des sanierten Gebäudes im Zentrum des Geländes des Pfalzklinikums hin. „Der Umbau ist in einem gemeinsamen Akt der Solidarität aller Einrichtungen am Standort in Klingenmünster entstanden. Auch die multiprofessionelle Zusammenarbeit hat symbolischen Charakter. Sie steht für eine gemeinsame Sicht des Hauses auf die Altersmedizin und eine moderne vernetzte und beteiligungsorientierte Psychiatrie.“

Sabine Bätzing-Lichtenthäler überbrachte ihre Glückwünsche zur Gebäudeeinweihung und lobte die Gerontopsychiatrie als ein Angebot der Zukunft, auch Theo Wieder, Bezirkstagsvorsitzender, pflichtete dem bei: „Demografische Fragen sind gesellschaftlich zunehmend relevant, allerdings passt das Älterwerden nicht in das Behandlungsspektrum klassischer Krankenhäuser. Daher ist es wichtig, dass Spezialkliniken wie die Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie geschaffen werden und gewappnet sind für Anforderungen der alternden Menschen, wie zum Beispiel im Rahmen von Demenzerkrankungen. Die Bedeutung des Pfalzklinikums ist hierbei für die Attraktivität der Region nicht zu unterschätzen.“

Roswitha Feitig, Patientenfürsprecherin, zieht neben einem Internisten und den Ehrenamtlichen des Pfalzklinikums auch ins neue Haus ein. Sie bedankte sich, dass die betagteren Patienten nun direkt zu ihr kommen können.

Dr. Markus Fani, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie berichtete von den schwierigen Bedingungen im alten Gebäude seiner Einrichtung: „Die dortige Situation bremste uns aus. Arbeit war zwar möglich, eine Entwicklung und Entfaltung aber nicht. Hervorheben möchte ich auch die neue Zimmergröße – möglich durch die alte Gebäudestruktur – und den Wohncharakter auf den Stationen. Das Wohnen darf im Alter nicht verlernt werden. Hierzu trägt das sanierte Gebäude 44 bei.“

Frank Mertel, Architekt des Karlsruher Architekturbüros herzog, kassel + partner übergab zusammen mit Anke Podack, Projektsteuerin des Pfalzklinikums, einen symbolischen Schlüssel an die duale Einrichtungsleitung Dr. Markus Fani und Sven Kaufmann sowie an Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke. Insgesamt kostete der Bau ca. zehn Millionen Euro, rund neun Millionen kamen vom Land Rheinland-Pfalz, etwa eine Million waren Eigenmittel. Baubeginn war im September 2013. Gute Wünsche für die Zukunft im neuen Haus kamen vom Team der ökumenischen Klinikseelsorge, vertreten durch Christiane Götz, vom Personalratsvorsitzenden Martin Schlimmer-Bär, von Simone Flores für das Mitarbeiter-, und von Fritz Brunk für das Ehrenamts-Team. Das Trio „Kwerbeht“ umrahmte die Einweihung musikalisch.

Im Anschluss hatten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit an einer Führung durch das neu gestaltete und kernsanierte Gebäude teilzunehmen.