Eine Spurensuche – Reliquie aus dem Trifelsschatz in England

Vortrag im Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde

Mumienhand_klein

Über das Thema „Manus Sancti Jacobi – Eine Reliquie aus dem Trifelsschatz in England“ referiert am Mittwoch, 1. März, um 19 Uhr im Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, Benzinoring 6, Anton Neugebauer (Eintritt frei). Der ehemalige Ministerialrat erzählt eine spannende Geschichte über den Weg der mumifizierten „Hand des Apostels Jakobus der Ältere“ vom pfälzischen Trifels nach Reading in die Abteikirche St. James.

Richard Löwenherz war nicht der erste Angehörige des englischen Königshauses auf dem Trifels. Seine Großmutter Mathilde, die Tochter König Heinrichs I., kehrte nach dem Tod ihres ersten Mannes, Kaiser Heinrichs V., 1125 nach England zurück. Zuvor entnahm sie dem Reichsschatz auf dem Trifels nicht nur zwei Kronen, sondern auch eine wertvolle Reliquie, die mumifizierte „Hand des Apostels Jakobus der Ältere“. Mathilde schenkte sie ihrem Vater, der sie der Abtei Reading anvertraute. Eine Aufforderung Friedrich Barbarossas, die Reliquie wieder zurückzugeben, lehnte König Heinrich II., Mathildes Sohn, 1157 höflich, aber bestimmt ab. Reading wurde dank der Hand vom Trifels zu einem der meistbesuchten Wallfahrtsorte der britischen Insel, bis er 1539 dem Klostersturm Heinrichs VIII. zum Opfer fiel. Die prächtige Abteikirche verschwand, aber wunderbarerweise blieb die „Hand of Saint James“ erhalten. Ihre Geschichte ist noch nicht zu Ende; das Jahr 2017 birgt womöglich noch Überraschungen.