Europa als Leitidee

Spielplan 2014/15 des Pfalztheaters weckt Interesse

Vorfreude auf den Spielplan (von links): Schauspieldirektor Harald Demmer

Vorfreude auf den Spielplan (von links): Schauspieldirektor Harald Demmer

„Es ist gelungen, das Pfalztheater auf stabile finanzielle Füße zu stellen“, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Vorstellung des Spielplans für die kommende Saison 2014/15, die unter dem Motto „Spiel – Plan – Europa – Plan – Spiel“ steht. Dieses Thema sei „von nicht zu unterschätzender Bedeutung“, verstehe man doch „Europa als Leitidee“. Es sei eine Herausforderung, sich dem Thema kulturell zu nähern. Pfalztheater-Intendant Urs Häberli betonte, dass das Motto „unterschiedliche Fragestellungen“ eröffne: von der europäischen Identität über Europas Grenzen bis hin zu seinen sozialen Aspekten. Es betreffe gesellschaftliche wie historische Fragen gleichermaßen. „Die Stadt ist dankbar, ein solches Theater des Bezirksverbands Pfalz zu haben, das weit über die Region hinausstrahlt“, sagte die Kaiserslauterer Bürgermeisterin Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt.

Das Pfalztheater Kaiserslautern lädt am Samstag, 13. September, ab 14 Uhr zum Theaterfest für die ganze Familie mit öffentlichen Proben, Lesungen, Musik und Tanz sowie einem Eröffnungskonzert (20 Uhr). Die Spielzeit beginnt dann am Samstag, 27. September, mit der Opernrarität „Friedenstag“ zum 150. Geburtstag von Richard Strauss; sie greift den 30-jährigen Krieg als gesamteuropäisches Thema auf und verspricht einen spannenden und interessanten Theaterabend. Am 9. Oktober wird zum ersten Mal in der neuen Saison die Werkstattbühne mit der Farce „Der Chinese“ von Benjamin Lauterbach bespielt – ein unterhaltsamer Beitrag zum Spielzeitmotto. Friedrich Schiller dramatisches Gedicht „Don Carlos“ ist am 11. Oktober die erste Schauspielpremiere im Großen Haus, in dem der bekannte Satz „Geben Sie Gedankenfreiheit“ fällt. Mit viel Ballett, Chor und großer Ausstattung geht dann am 8. November die Operette „Pariser Leben“ über die Bühne; Paris galt zu Jacques Offenbachs Zeit als europäische Hauptstadt.

Als großer Klassiker der Vorweihnachtszeit kann sich das Publikum auf die Boulevard-Komödie „Floh im Ohr“ von Georges Feydeau ab 29. November freuen. Urs Häberli setzt am 17. Januar Verdis Oper „Rigoletto“ in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln in Szene – ein psychologisches Stück mit großartiger Besetzung. Boris Viands skurrile Geschichte „Die Reichsgründer oder Das Schmürz“ ist ab 22. Januar auf der Werkstattbühne zu sehen. Karl Kraus‘ Tragödie „Die letzten Tage der Menschheit“ stellt eine monumentale Theatercollage zu 100 Jahren Erster Weltkrieg dar (ab 31. Januar); dieses Projekt wird in Kooperation mit dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern umgesetzt und bietet zusätzlich eine Fotoausstellung. „Irrelohe“ von Franz Schreker wird selten gespielt und ist eine zentrale Oper des 20. Jahrhunderts (ab 7. März). Mit Franz Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie“ erobert das Pfalztheater am 12. März die Technische Universität. Europäische Identität steht am 19. März bei „Sweet Home Europe“ auf dem Prüfstand; ein spannendes Stück zur Auseinandersetzung mit Grenzen ist „Yellow Line“ (21. März). Eine Rockoper, die zusammen mit der Kaiserslauterer Band „Vanden Plas“ und in Kooperation mit dem Tiroler Landestheater Innsbruck entwickelt wird, geht ab 11. April mit „Everyman (Jedermann)“ über die Bühne. Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ erfreut dann ab 2. Mai die Besucher. „Halka“ heißt eine polnische Oper von Stanislaw Moniuszko, die noch nie am Pfalztheater aufgeführt wurde (ab 23. Mai). Eine Europa-Revue (11. Juni) und die Beethoven-Oper „Fidelio“ (20. Juni) beschließen die Spielzeit. Ballettfreunde können sich auf zwei Uraufführungen freuen: Ravels „Boléro“ geht erstmals am 20. Dezember und „Chopin“ am 22. Mai über die Bühne.

Für Kinder und Jugendliche hat das Pfalztheater auch eine Menge parat: zunächst das Weihnachtsstück „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ von Michael Ende (ab 18. November), sodann das Ballett für Kinder ab drei Jahren „Farben“, mit dem ab 5. März der Versuch unternommen wird, die Kleinsten ans Theater heranzuführen. „Prinzessin Anna oder Wie man einen Helden findet“ heißt eine Kinderoper von Jakob Vinje und Wolfgang Adenberg (8. März). Das komödiantische Jugendstück „Ich heiße Ben!“ kreist ab 24. April um die Frage der Identität. Passend zum Spielzeitmotto gibt es das Klassenzimmerstück „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“ (ab 4. März in Schulen), Darüber hinaus bietet das Orchester des Pfalztheaters Kinderkammerkonzerte an. Erstmals gibt es ein solches Angebot auch für Demenzkranke und ihre Angehörigen.

Des Weiteren ist als großes Chorprojekt die Fortsetzung der Reihe „Begegnungen!_3“ (19. und 25. April) geplant, an dem alle interessierten Menschen zwischen acht und 99 Jahren teilnehmen können. Ebenfalls mit Laiendarstellern läuft das Theaterprojekt „Gilgamesch“ als Koproduktion mit dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen. Das Orchester ist unter anderem mit acht Konzerten präsent, darunter mit einem Programm zum Ersten Weltkrieg. Darüber hinaus spielt der Klangkörper unter Leitung des Generalmusikdirektors Uwe Sandner zusammen mit dem Ausnahmeorganisten Felix Hell bereits Anfang September in vier pfälzischen Kirchen; der Vorverkauf läuft auf Hochtouren, erstmals gibt’s auch eine CD als „Best-of“ (Infos und Karten unter www.orgel-trifft-orchester.de). Informationen zum Spielplan sowie den verschiedenen Abonnements finden sich unter www.pfalztheater.de.