„Fifties“ – Kuchenbuffet zum 50. Kunst(früh)stück

Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern lädt zum Jubiläum ein

Motiv zeigt „Paar in einem Garten“: André Massons Ölgemälde „Couple dans un jardin“

Motiv zeigt „Paar in einem Garten“: André Massons Ölgemälde „Couple dans un jardin“

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern feiert am Sonntag, 27. März, sein 50. Kunst(früh)stück. Es steht unter dem Motto „Fifties – die 50er Jahre“ und ist bereits ausgebucht. Alle, die dennoch mitfeiern wollen, können von 14.30 bis 16.30 Uhr Kaffee und Kuchen zu Jubiläumspreisen genießen und Kunstwerke der 50er Jahre betrachten.

Was macht den Zauber, aber auch den tatsächlichen Lebensalltag der 1950er Jahre aus? Nach dem Zweiten Weltkrieg, den Jahren von Zerstörung, Elend und Entbehrungen folgte der Wiederaufbau. Die Zeit des Wirtschaftswunders sorgte für einen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung, der den Menschen ein neues Selbstbewusstsein gab. 1954 wird Deutschland Fußball-Weltmeister. Das „Wunder von Bern“ schreibt Geschichte. Petticoats, Pfennigabsätze, erste Fernsehbilder, Nierentische und Eisdielen stehen ebenso für diese Ära wie die Sehnsucht nach der großen weiten Welt, die seinerzeit im Italien-Urlaub mit dem Auto Wirklichkeit wurde. Der VW-Käfer, die Isetta von BMW, auch als „Knutschkugel“ bekannt, das Goggomobil, der „Mini-Porsche“ Karmann Ghia oder die Vespa waren, je nach Geschmack und Geldbeutel, begehrte Fortbewegungsmittel. Elektrische Haushaltsgeräte machten die Hausarbeit zum Vergnügen, so versprach die Werbung. Küchenmaschine, Mixer, Toaster, Schnellkochtopf, Bügeleisen und Staubsauger wurden zu unentbehrlichen modernen Helfern und jede Hausfrau träumte von einer Einbauküche. Bowle oder Cocktail? Zu jeder Party gehörten Nudelsalat, Käseigel, Häppchen mit Pickern, Schwarzweißschnitten und natürlich die neuesten Schlager.

Aufbruchstimmung war nicht nur in der Musik der 50er Jahre spürbar, sondern auch in der bildenden Kunst. Das Informel bestimmte als Oberbegriff für die Stilrichtungen der abstrakten, nicht-geometrischen Kunst die europäischen Nachkriegsjahre. Informelle Künstler nahmen sich die Freiheit, gestisch zu experimentieren. Sie lehnten jegliche organisierte Formstruktur ab. Durch neu erfundene Zeichen sowie durch spontane Rhythmik von Linien und Farbflecken kommen die geistigen Impulse der Maler unmittelbar zum Ausdruck. „Automatische Handschrift“, Zufall, leuchtende Farbklänge sowie unterschiedliche Materialien, wie zum Beispiel Sand, finden als Gestaltungsmittel Verwendung. Das Kunstwerk ist mehr ein Ereignis als ein Ergebnis und lädt zum „aktiven Sehen“ ein. Die Betrachter können sich davon selbst überzeugen bei einem Besuch im Informel-Saal des Museums Pfalzgalerie mit Werken von Hans Arp, Willi Baumeister, Carl Buchheister, Hans Hartung, Henri Laurens, André Masson, Ernst Wilhelm Nay, Fritz Winter und Bernard Schultze.