Fünf Kandidaten für Pfalzpreis für Literatur nominiert

Preisträger wird bei Pfalzpreis-Gala bekannt gegeben

Spannender Moment: Bekanntgabe der Preisträger durch die Moderatoren Günther Fingerle und Tanja Hermann

Spannender Moment: Bekanntgabe der Preisträger durch die Moderatoren Günther Fingerle und Tanja Hermann

Eine mit Fachleuten besetzte Jury unter Vorsitz des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder hat fünf Autoren für den Pfalzpreis für Literatur nominiert, der mit 10.000 Euro dotiert ist und vom Bezirksverband Pfalz vergeben wird: Joachim Geil, Volker Ludwig, Hasan Özdemir, Rafik Schami und Gabriele Weingartner. Insgesamt hatten sich fast 40 Kandidaten um den Preis beworben oder wurden vorgeschlagen. Die Nominierten werden bei der Pfalzpreis-Gala am 19. Oktober um 19.30 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern vorgestellt. Sodann erfolgt die Bekanntgabe der Preisträger. Diejenigen, die nicht zum Zug kommen, erhalten einen Anerkennungspreis von 500 Euro. Der Eintritt zur Gala ist frei (Einlass ab 19 Uhr, freie Platzwahl).

Joachim Geil, 1970 in Kandel geboren und in Bad Bergzabern aufgewachsen, hat mit „Heimaturlaub“ (2010) und „Tischlers Auftritt“ (2012) bislang zwei Romane von außerordentlicher literarischer Qualität vorgelegt. Zurzeit entsteht sein dritter Roman, der wieder in der Pfalz spielt. Darüber hinaus schreibt er Erzählungen, Kurzgeschichten undEssays. Er studierte Theater-, Film und Fernsehwissenschaft, Kunstgeschichte und Slawische Philologie in Köln, wo er als freier Schriftsteller und Lektor lebt.

Volker Ludwig, 1937 als Eckart Hachfeld in Ludwigshafen geboren, der seit 1953 in Berlin lebt, ist der Erfinder und Begründer des GRIPS-Theaters, der die künstlerische Leitung nach über 40 Jahren 2011 in jüngere Hände gelegt hat. Er hat nicht nur das Kinder- und Jugendtheater in Deutschland geprägt, sondern auch zahlreiche Kurzgeschichten, Satiren, Chansons und Sketche für Funk und Kabarett verfasst. Er schrieb unter anderem für die „Stachelschweine“, das Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“, die „Lach- und Schießgesellschaft“, „Scheibenwischer“ und für Wolfgang Neuss und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt.

Seit 1979 lebt der Lyriker Hasan Özdemir in der Pfalz, der 1963 in Anatolien geboren wurde und ausschließlich als deutscher Autor tätig ist. Von ihm sind etliche Gedichtbände erschienen, beispielsweise „Zur schwarzen Nacht flüstere ich deinen Namen“ (1994), „Vogeltreppe zum Tellerrand“ und „Windzweig“ (beide 2005), „Die sichtbare Stadt“ (2009) und „Geschälte Sätze“ (2013). 2002 erhielt er vom Bezirksverband Pfalz die Fördergabe für Literatur. Er studierte an der Universität Heidelberg Germanistik, Deutsch als Fremdsprachenphilologie und Philosophie.

Rafik Schami, 1946 in Damaskus/Syrien geboren, ließ sich 1971 in Deutschland nieder, wo er Chemie studierte und 1979 promovierte. Er lebt seit vielen Jahren im pfälzischen Marnheim als freier Schriftsteller und zählt zu den bedeutendsten Autoren deutscher Sprache, der als begnadeter Erzähler gilt. Seine Bücher sind inzwischen in 27 Sprachen erschienen, er wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. Neben einer Vielzahl an Romanen, schreibt er Essays, Theaterstücke und Hörspiele.

Mit ihren Romanen und Erzählungen hat sich Gabriele Weingartner, 1948 in Edenkoben geboren, nicht nur in der Pfalz einen Namen gemacht. Von ihr erschienen unter anderem „Der Schneewittchensarg“ (1996), „Bleiweiߓ (2000), „Die Leute aus Brody“ (2005), „Fräulein Schnitzler“ (2006), „Tanzstraße“ (2010) und „Villa Klestiel“ (2011). Die Kulturjournalistin, Literaturkritikerin und Autorin, mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet, studierte Germanistik und Geschichte in Berlin und Cambridge (Massachusetts) und lebt seit einigen Jahren wieder in der Hauptstadt.

Die Jury beschloss, den mit 5.000 Euro dotierten Nachwuchspreis nicht zu vergeben. Neben Theo Wieder gehörten dem Preisgericht die Autorin Monika Katharina Böss, die Buchhändler Reinhard Oelbermann und Madeleine Unger, Dr. Klaus Haag, Autor und Vorsitzender des Literarischen Vereins der Pfalz, der Rundfunk-Kulturjournalist Theo Schneider und die Leiterin der Bibliotheca Bipontina, Dr. Sigrid Hubert-Reichling, an.