Franz Erhard Walther – Aquarelle

Ausstellung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Vom 28. Juli bis 26. August im Graphischen Kabinett des Museums Pfalzgalerie zu sehen: Graphische Arbeiten von Franz Erhard Walther

Vom 28. Juli bis 26. August im Graphischen Kabinett des Museums Pfalzgalerie zu sehen: Graphische Arbeiten von Franz Erhard Walther

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) bietet ab 28. Juli in seinem Graphischen Kabinett einen konzentrierten Einblick in das graphische Schaffen von Franz Erhard Walther. Die Eröffnung findet am Freitag, 27. Juli, um 19 Uhr statt, die Ausstellung ist bis 26. August zu sehen. Als einer der bedeutendsten deutschen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist Walther in der Graphischen Sammlung des Museums mit insgesamt 26 Aquarellen sowie einer signifikanten sechsteiligen Siebdruckarbeit vertreten. Darüber hinaus besitzt das Haus mit der Wandformation „Erinnerung“ von 1980 ein Beispiel für das plastische Werk des Künstlers. Franz Erhard Walther gilt neben Joseph Beuys als Begründer des sogenannten Erweiterten Kunstbegriffs. Besonders seine graphischen Arbeiten erlauben einen direkten Zugang zur Ideenwelt des Künstlers, die mit dieser Ausstellung im Graphischen Kabinett aufgefächert wird.

Walthers Aquarelle sind äußerst komplexe graphische Werke, die oft ungewöhnliche Techniken kombinieren: Kaffee oder Tee laviert, Schreibmaschinenschrift, Beize, Wasserfarbe, Deckfarben sowie verschiedenste Zeichenmittel sind meisterhaft montiert und entfalten Wechselwirkungen. Da der Anteil der Wasserfarben meist überwiegt, wird hier der Fachbegriff Aquarell benutzt. Der Künstler selbst nennt seine graphischen Blätter durchgängig Diagramme oder Werkzeichnungen und betont damit vorrangig die inhaltlichen Aspekte und Zusammenhänge der Arbeiten, die fast ausschließlich in Verbindung zu Walthers sogenannten Werksätzen stehen. Mit den „Drei Siebdrucken“ ist auch ein bedeutendes frühes druckgraphisches Werk Walthers wesentlicher Teil der Ausstellung. Der sechsteiligen Arbeit liegt die Konzeption zugrunde, die Blattzahl auf die Zahl der Farbschichten der Siebdrucke zu beziehen. Diese ironische Kommentierung von Auflagenhöhen und seriellen Prozessen ist eines der wenigen informellen Frühwerke des Künstlers, aufzufassen auch als persönliche Absage an die Kunst der 1950er Jahre. Damit manifestiert sich um 1960 in Walthers Werk bereits der konsequente und radikale Anspruch auf die Verneinung tradierter Bildformen, wozu nun auch das Informel zählen sollte.

Franz Erhard Walther wurde 1939 in Fulda geboren. Er studierte von 1957 bis 1959 zunächst an der Werkkunstschule in Offenbach und nahm 1959 ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main auf. Dort wurde er 1961 nach einer Kontroverse mit dem Klassenprofessor zwangsexmatrikuliert. Er konnte sein Studium 1962 bis 1964 bei Karl Otto Götz an der Kunstakademie Düsseldorf fortsetzen. Die Jahre in Düsseldorf bis 1967 brachten Walthers Formulierung des anderen Werkbegriffs. 1967 bis 1971 lebte er in New York und stellte dort erstmals 1969 im Museum of Modern Art seinen „1. Werksatz“ aus. 1971 wurde er als Professor an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen und war dort bis zu seiner Emeritierung 2006 tätig.