Gedenken an die nach Gurs deportierten Pfälzer Juden

Statements gegen das Vergessen: Lea (18) aus der Nähe von Rockenhausen (links) und Hanna (17) aus Baden-Baden bei der Gedenkfeier in Gurs

75 Jahre Deportation aus der Pfalz und Baden

„Ich finde Gedenkfahrten wie diese wichtig, denn das Vergessen ist eine unserer schlimmsten Krankheiten“, sagte die 18-jährige Lea von der integrierten Gesamtschule Rockenhausen bei der Gedenkfeier in Gurs. Dorthin, in ein Internierungslager im Südwesten Frankreichs, hatten die Nationalsozialisten rund 75 Jahre zuvor, am 22. Oktober 1940, über 6.500 jüdische Menschen aus der Pfalz, dem Saarland und Baden deportiert. „Wir müssen aufwachen und verhindern, dass sich Ereignisse wie der Holocaust wiederholen“, ergänzte Lea.





 

Jugendliche begegnen Zeitzeugen in Gurs und in Rivesaltes

38 Jugendliche aus der Pfalz und aus Baden konnten während der Jugendgedenkfahrt, die der Bezirksverband Pfalz im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs Gurs organisierte, unter anderem an der zentralen Gedenkfeier in Gurs teilnehmen und Zeitzeugen treffen. Neben Paul Niedermann, der im Alter von knapp 13 Jahren aus Karlsruhe nach Gurs verschleppt wurde, kam auch Eva Mendelsson nach Gurs, die aus Offenburg deportiert wurde, als sie neun Jahre alt war. Im gleichen Alter war Margot Wicki-Schwarzschild, als sie mit ihrer Schwester, ihren Eltern und weiteren Familienmitgliedern ihre Heimatstadt Kaiserslautern verlassen musste.

 

Im Mittelpunkt der Gedenkreise: Margot Wicki-Schwarzschild mit Jugendlichen auf dem Lagergelände in Rivesaltes