Gedenken und Erinnern in der Pfalz

Vielfältig sind Engagement und Aktivitäten, mit denen pfälzische Initiativen sich gegen das Vergessen der NS-Gräueltaten starkmachen. Wir bieten hier einen Überblick mit Kontakten und Kurzinformationen, die fortlaufend ergänzt werden.





 AGgegenEXTREMISMEN der IGS Kandel

Wolfgang Holzner, Gudrun Kampen
IGS Kandel Jahnstraße 20
76870 Kandel
07275 98580
sekretariat@igs-kandel.de www.igskandel.de/dialogstatthass (oder www.igs-kandel.de)

 

Die AG ist an der IGS Kandel Garant dafür, dass der Titel „Schule-ohne-Rassismus/Schule-mit Courage“ mit Leben gefüllt wird. Sie bietet Schülerinnen und Schülern der IGS Kandel die Möglichkeit, sich mit der Problematik von Extremismus und der Geschichte des Dritten Reiches zu beschäftigen und hält eine Erinnerungs- und Gedenkkultur aufrecht, indem sie regelmäßig Gedenktage in den Horizont des Schullebens rückt, Informationsveranstaltungen (auch mit Zeitzeugen) sowie Fortbildungen für Mitglieder und Interessierte anbietet. Die AG führt Fahrten zu Gedenkstätten und in Konzentrationslager durch und unterstützt SchülerInnen finanziell, damit sie an ihren Aktivitäten teilnehmen können. Unterrichtsmedien verschiedenster Art werden erarbeitet und zur Ausleihe angeboten. Auf Initiative der AG gibt es im 9. Jahrgang der IGS Kandel eine Fahrt zu einer Gedenkstätte (meist Natzweiler-Struthof). Außerdem beobachtet und reagiert die AG auf aktuelle Entwicklungen, hält Kontakt zu Politikern, Presse und kulturellen Institutionen und arbeitet mit der Landeszentrale für Politische Bildung zusammen. Sie ist auch Pate von Stolpersteinen in Kandel und Landau und pflegt diese.

 Arbeitskreis Geschichte der Juden in Pirmasens

Karola Streppel
Gräfensteinerstraße 9
66954 Pirmasens
06331 94189
karolastreppel@t-online.de

 

Der Arbeitskreis Geschichte der Juden in Pirmasens recherchiert Schicksale von Holcaustopfern und organisiert Ausstellungen und Veranstaltungen. Die Ergebnisse der Recherchen fließen auch in das Projekt „Gedenkstätte für die vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Pirmasenser Bürger“ der Stadt Pirmasens ein.

Arbeitskreis Kirche und Judentum der Ev. Kirche der Pfalz

Dr. Stefan Meißner
Im Schloßgarten 10
76872 Minfeld
07275 5557
stefanmeissner@gmx.net
www.christen-und-juden.de

 

Im Arbeitskreis Kirche und Judentum werden Grundsatzfragen des christlich-jüdischen Dialogs erörtert sowie Konzepte und Arbeitshilfen zur Auseinandersetzung mit jüdischer Religion und jüdischem Leben früher und heute erstellt. So soll das Thema für die Arbeit in Gemeinde und Unterricht fruchtbar gemacht werden. Der Arbeitskreis lädt zu Studientagen, Seminaren und Vorträgen ein und trägt damit zur Meinungsbildung bei. Viele dieser Veranstaltungen werden in Kooperation mit einzelnen Kirchengemeinden, der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, dem Jerusalemverein oder der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit durchgeführt.

 Bündnis für Vielfalt und gegen Extremismus

Arbeitskreis in der lokalen Agenda 21 Böhl-Iggelheim
Vera Tanski
Mozartstraße 5
67459 Böhl-Iggelheim
06324 64466
vera.tanski@t-online.de
Informationen zur Initiative als PDF

 

Das Schicksal der jüdischen Mitbürger und eines Zeugen Jehovas in (Böhl)-Iggelheim ist durch den Arbeitskreis aufgearbeitet worden. Auf Initiative des Arbeitskreises konnte ein Denkmal mit den Namen der Opfer aufgestellt werden. Es ist vorgesehen, im Juli 2015 mit dem Künstler Gunter Demnig einige Stolpersteine zu verlegen. Im Rahmen von Aktionen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus arbeitet das Bündnis mit der Peter-Gärtner-Realschule plus zusammen (Theaterprojekte, Vorträge etc.).

Bürgeraktion Jüdische u. Nichtjüdische Gedenk-und Versöhnungskultur in Mutterstadt

Herbert H. W. Metzger
An der Fohlenweide 22
67112 Mutterstadt
06234 94590
herbertmetzger@metzger.de
Die Bürgeraktion kümmert sich um eine umfassende Betreuung von auf Besuch weilenden Nachkommen überlebender Mutterstadter Juden, teilweise unter der Mitwirkung des Historischen Vereins (Ortsgruppe Mutterstadt), der Gemeindeverwaltung und aller örtlichen Parteien, besonders sowie seitens der Kirchen. Zudem werden Gedenkaktionen und -projekte angestoßen.
Evangelische Akademie der Pfalz

Dr. Christoph Picker (Direktor)
Evangelische Akademie der Pfalz
Luitpoldstraße 10
76829 Landau in der Pfalz
06341 96890-30
06341 96890-33 (Fax)
christoph.picker@eapfalz.de
www.eapfalz.de

 

Erinnerung und kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sind wesentliche Elemente politischer und kirchlicher Bildungsarbeit. Die Evangelische Akademie koordiniert deshalb ein landeskirchliches Projekt zur Geschichte der Pfälzischen Landeskirche in der NS-Zeit (Netzwerkprojekt „Protestanten ohne Protest? Geschichte der Evangelischen Kirche der Pfalz im Nationalsozialismus“). Ein „Handbuch zur Geschichte der Pfälzischen Landeskirche im Nationalsozialismus“ entsteht unter Federführung der Akademie. Zudem führt die Evangelische Akademie auch Tagungen zur europäischen Gedenkkultur durch.

Förderverein ehemalige Synagoge Odenbach e.V.

Ursula Woehl (Vorsitzende)
Mühlacker 26
67744 Lohnweiler
Tel.: 06382-993297
fv-synagogeodenbach@t-online.de
www.ehemalige-synagoge-odenbach.de

 

Der Förderverein ehemalige Synagoge Odenbach e.V. engagiert sich in der Erhaltung und Nutzung der kunsthistorisch wertvollen Landsynagoge in Odenbach am Glan. In diesem historischen Gebäude können sich Menschen aus der Region in einem würdigen Rahmen begegnen. Der Förderverein sieht es als eine ganz wesentliche Aufgabe an, die ehemalige Synagoge nicht nur zu erhalten, sondern auch durch Veranstaltungen das Verständnis jüdischen Lebens zu wecken und christlich-jüdische Zusammenarbeit zu stärken. Für Nachfahren ehemaliger Odenbacher Juden dient die Synagoge als Anlaufpunkt zur Erforschung ihrer familiären Wurzeln.

Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal e.V.

Herbert Baum
Neugasse 36
67227 Frankenthal
06233 69662
herbaum@t-online.de
www.juden-in-frankenthal.de

 

Der 1993 gegründete Förderverein erforscht die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Frankenthal mit großem Erfolg. Die Ergebnisse werden regelmäßig bei Vorträgen und Führungen vorgestellt. Eine Ausstellung informiert über die Geschichte seit 1785. Der Förderverein verlegt gemeinsam mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine für jüdische Männer, Frauen und Kinder. Er nutzt die zahlreichen Gedenktage, um an die Gräueltaten des Nationalsozialismus zu erinnern. Im Oktober 2015 informieren mehrere Veranstaltungen über die Deportation der Frankenthaler und Pfälzer Juden in das Lager Gurs in Südwest-Frankreich. Auch hier ist die Zusammenarbeit mit Schulen besonders wichtig. Die Internetseiten informieren über die Geschichte und die aktuellen Veranstaltungen.

Freundeskreis ehemalige Deidesheimer Synagoge e.V.

Dr. Franz-Josef Ratter (erster Vorsitzender)
Weinstraße 3 i
67146 Deidesheim
06326 7318
dr-ratter@gmx.de

 

Die ehemalige Synagoge bildet den Rahmen für Veranstaltungen und Projekte, die dazu dienen, die Gestaltung unseres Zusammenlebens anzustoßen und zu beherbergen, der Förderung von Toleranz und gegenseitiger Achtung; dem Wecken von Verständnis füreinander; der Schaffung von Verbundenheit untereinander und der Erweiterung des eigenen Horizonts und die Erinnerung an die Deidesheimer Juden und ihre Gemeinde wachzuhalten.

Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt e.V.

Eberhard Dittus (Vorsitzender)
Quartier Hornbach 13 a
67433 Neustadt an der Weinstraße
06321 9597472
0172 7474419
info@gedenkstaette-neustadt.de
www.gedenkstaette-neustadt.de
Der Förderverein betreibt in Neustadt an der Weinstraße eine Gedenkstätte für Opfer des Nationalsozialismus in einem der frühen Konzentrationslager der Pfalz. In diesem Lager wurden im Frühjahr 1933 mehr als 500 politische Gegner der Nationalsozialisten aus über 80 Gemeinden aus der Pfalz interniert. Die Gedenkstätte dient heute auch als Ort der politischen Bildung und als Geschichtswerkstatt unter besonderer Berücksichtigung regionaler Zeitgeschichtsforschung der Jahre 1933 bis 1945. Darüber hinaus ist der Förderverein bereits seit vielen Jahren Partner der Stadt Neustadt an der Weinstraße in allen Fragen der Erinnerungs- und Gedenkarbeit und bei der Ausrichtung von Gedenkveranstaltungen für die Opfer des NS-Regimes, wie dem 27. Januar, dem 22. Oktober oder dem 9. November.

Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Pfalz

Prof. Dr. Wolfgang Pauly
Karl-Stein-Straße 8
76835 Hainfeld
06328 81109
pauly@uni-landau.de
www.christen-und-juden.de

 

Die Gesellschaft setzt sich ein für die Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden bei gegenseitiger Achtung aller Unterschiede und die Erinnerung an die Ursprünge und Zusammenhänge von Judentum und Christentum. Sie setzt sich ein für die Selbstbesinnung in den christlichen Kirchen hinsichtlich der in ihnen theologisch begründeten und geschichtlich verbreiteten Judenverachtung und Judenfeindschaft, die Bewahrung der noch erhaltenen, vielfältigen Zeugnisse jüdischer Geschichte, die Entfaltung freien, ungehinderten jüdischen Lebens in Deutschland, die Achtung der Eigenständigkeit ethnischer Minderheiten sowie die Solidarität mit dem Staat Israel als jüdische Heimstätte.

Pfälzer Israelfreunde e.V.

Gerhard Heinzmann (Vorsitzender)
Postfach 2769
76817 Landau
06341 34367
pfaelzer.israelfreunde@web.de
www.israelfreunde-pfalz.de

 

Mit Infoveranstaltungen, Vorträgen und Begegnungen mit Juden will der Verein dazu beitragen das dunkelste Kapitel in der pfälzischen Geschichte aufzuarbeiten.

In Zusammenarbeit mit bestehenden Hilfswerken in Israel unterstützt der Verein freiwillige Einsätze von Handwerkern und Volontären aus Deutschland, um Holocaustüberlebenden und anderen bedürftigen Israelis mittels praktischer Arbeit vor Ort zu helfen.

Die „Pfälzer Israelfreunde“ wollen das Bewusstsein fördern, dass entsprechend der Lehre des Apostels Paulus in Römer 11, Vers 17 bis 24, Christen in den Ölbaum Israel eingepfropft wurden. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass in einer Zeit, in der weltweit die Feindschaft gegen Israel wieder wächst, Christen ohne Wenn und Aber an der Seite Israels stehen.

Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Grundschulen in Kaiserslautern 

Markus Grimminger (stellvertretender Seminarleiter) Pirmasenserstraße 65
67655 Kaiserslautern
0631 67344
0631 3608195 (Fax)
studienseminar-gs-k@ t-online.de
www.studienseminar.rlp.de/gs/kaiserslautern
Ein Schwerpunkt des Seminars ist die Werteerziehung. So wurden etwa in der Vergangenheit zum „Tag der Werteerziehung“ in der Gedenkstätte in Osthofen Workshops durchgeführt.

Stadt Pirmasens – Gedenkarbeit

Gedenkarbeit im Zusammenhang mit der Gedenkstätte für die vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Pirmasenser Bürger
Simone Holt
Poststraße 2
66954 Pirmasens
06331 23927-18
06331 23927-20 (Fax)
simoneholt@pirmasens.de
Internetseite

 

Die Stadt Pirmasens hat im September 2014 eine künstlerisch gestaltete Gedenkstätte für die vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Pirmasenser Bürger eingeweiht. Im gesamten Stadtgebiet erinnern Gedenktafeln an Schicksale und historisch bedeutsame Orte. Durch pädagogisch betreute Projekte mit einer multimedialen Komponente, Initiativen von Arbeitskreisen und Einzelpersonen und die fortlaufende Recherche sollen insbesondere auch jüngere Generationen in die Gedenkarbeit eingebunden werden.

Stadt Pirmasens – Archiv

Heike Wittmer
Exerzierpaltzstraße 17
66953 Pirmasens
06331-8422-23/ -32 /-99
archiv@pirmasens.de
Internetseite

 

Das Archiv unterstützt unter anderem Aktenrecherchen im Rahmen der Gedenkarbeit zu Juden in Pirmasens. Ebenso bietet es für Gruppen Einführungen in die Quellenarbeit an, führt Impulsführungen zu verschiedenen Themen durch und betreut Gruppen und Personen bei der Arbeit vor Ort im Stadtarchiv.

Stadt Speyer – Gedenkbuch „Erinnern in Speyer: 1933-1945“

Abteilung Kulturelles Erbe – Stadtarchiv
Katrin Hopstock, Dipl.-Archivarin (FH)
Johannesstraße 22a
67346 Speyer
06232 142328
katrin.hopstock@stadt-speyer.de www.stadtarchiv.speyer.de
Gedenkbuch: http://speyermemo.hypotheses.org
Das virtuelle Gedenkbuch der Abteilung Kulturelles Erbe – Stadtarchiv Speyer ist ein Ort des Erinnerns an das Schicksal von Juden und Zwangsarbeitern in und um Speyer während der nationalsozialistischen Zeit. Ziel ist es, nicht nur Geschichte verständlicher zu machen, sondern den Schicksalen der über 1.900 Zwangsarbeiter und der Speyerer Juden in Form der hier veröffentlichten Namenslisten eine Identität zu verleihen. Basis hierfür waren vor allem die im Stadtarchiv verwahrte alte Einwohnermeldekartei sowie Versichertenkarten. Das virtuelle Gedenkbuch enthält zudem eine Gräberliste des seit 1888 belegten Speyerer jüdischen Friedhofs samt genauer Lageangabe; hinzu kommen u.a. Fotos des Friedhofs sowie Personenaufnahmen beider Opfergruppen. Dieser statische Teil unseres Gedenkbuches wird erweitert durch aktuelle Angaben zu themenbezogenen Veranstaltungen, Medien- und Literaturhinweisen, Nachrufen, Jubiläen usw. Mit dem Stadtarchiv zusammen arbeitet ein Team, das seit 2014 Führungen durch das „jüdische Speyer“ anbietet; sie schließen neben der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde (Speyer ist SchUM-Stadt) die Geschichte der jüdischen Gemeinde vom 19. bis 20.Jh. ein und sind auch offiziell über die städtische Tourist-Information buchbar.

Verband deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz 

Jacques Delfeld (Vorsitzender) Schloßstraße 4 76829 Landau Tel 06341 850-53 info vdsr-rlp.de www.vdsr-rlp.de
Der Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz – vertritt seit seiner Gründung im Jahr 1983 die Interessen der etwa 8.000 in Rheinland-Pfalz lebenden Sinti und Roma. Aufgrund der Tatsache, dass der nationalsozialistische Völkermord an der Volksgruppe der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland jahrzehntelang verdrängt und verschwiegen wurde, besteht bis heute ein großer Bedarf im politischen, rechtlichen, sozialen und kulturellen Bereich. Im Vordergrund der Bürgerrechtsarbeit stehen die gesellschaftliche Gleichbehandlung und die Wahrung, der Schutz und die Förderung der kulturellen Eigenständigkeit.

Der Verband organisiert in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Kooperationspartnern (Schulen, Kommunen, Städten) Gedenkveranstaltungen in ganz Rheinland-Pfalz. Die Ausstellung „Die Überlebenden sind die Ausnahme. Der Völkermord an Sinti und Roma“ kann im Frank-Loebschen-Haus in Landau besucht werden. Als transportable Ausstellung wird sie vom Verband verliehen und eignet sich sowohl als Rahmenprogramm für Gedenkveranstaltungen als auch zu Informationszwecken.

In den Städten und Gemeinden, von denen bekannt ist, dass Sinti-Familien während des Nationalsozialismus deportiert wurden, initiiert der Verband Gedenksteine oder -tafeln (Ludwigshafen, Worms, Koblenz, Landau, Pirmasens und Trier).

 

Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. – Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz

Ulrich Johann (Geschäftsführer) Gärtnergasse 16 55116 Mainz 06131 220229 jugend-rlp volksbund.de www.volksbund.de
Zur Arbeit des Volksbunds gehören die Organisation von Workcamps, der Besuch von Jugendbegegnungsstätten, die Durchführung von Schulprojekten, Fortbildungen und Ausstellungen sowie Vorträge und Veranstaltungen zum Volkstrauertag.