Geheimnis um Träger von drei Pfalzpreisen gelüftet

Pfalzpreis-Gala bietet spannend-unterhaltsamen Abend

Der Bezirkstagsvorsitzende mit den Gewinnern der diesjährigen Pfalzpreise (von links): Theo Wieder

Der Bezirkstagsvorsitzende mit den Gewinnern der diesjährigen Pfalzpreise (von links): Theo Wieder

Einen spannend-unterhaltsamen Abend verbrachten die zahlreichen Gäste der Pfalzpreis-Gala, zu der der Bezirksverband Pfalz ins Große Haus des Pfalztheaters Kaiserslautern eingeladen hatte, denn bis zum Schluss blieben die Preisträger geheim. „Seit fast 60 Jahren verleiht der Bezirksverband Pfalz Pfalzpreise, um Talente der Region in den unterschiedlichsten Bereichen zu fördern“, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder in seiner Begrüßung.

Seit 1986 vergibt der Bezirksverband Pfalz den Pfalzpreis für pfälzische Geschichte und Volkskunde, den der 1936 in Geesthacht an der Elbe geborene und in Speyer lebende Prof. Dr. Hans Fenske für sein Lebenswerk gewann. Die Keramikerin Kyra Spieker erhielt den Pfalzpreis für Kunsthandwerk für ihre plastischen Arbeiten aus Porzellan. Sie wurde 1957 in Schiltach im Schwarzwald geboren, absolvierte 1989 ein Stipendium am Künstlerhaus in Edenkoben und lebt in Höhr-Grenzhausen. Frank Schumacher aus Otterberg, Jahrgang 1988, wurde mit dem Nachwuchspreis für Kunsthandwerk für seine Ketten mit geschliffenem Bergkristall ausgezeichnet. Den Zukunftspreis Pfalz erhielt die Firma EMS Elektro Metall Schwanenmühle für die Entwicklung eines automatisierten Pressschweißprozesses. Der Nachwuchspreis im Zukunftspreis Pfalz ging dieses Jahr an den Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) Katzweiler-Mehlbach-Hirschhorn für das generationenübergreifende Projekt „Do it! – Gemeinsam mehr erreichen“. Die drei Pfalzpreise sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert, die Nachwuchspreise beinhalten ein Preisgeld von je 5.000 Euro.

Neben einer Urkunde erhielten die Preisträger auch eine Trophäe, die den Heimatbezug und das vielfältige Aufgabengebiet des Bezirksverbands Pfalz symbolisiert. Anhand von Kurzgesprächen konnten sich die Gäste einen Eindruck von den Gewinnern des Abends machen. Das Interview mit Prof. Dr. Hans Fenske führte Dr. Hannes-Ziegler, Jury-Mitglied und Historiker sowie Gymnasiallehrer; Svenja Kriebel vom Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, die der Jury des Kunsthandwerkspreises angehörte, sprach mit Kyra Spieker und Frank Schumacher; Landschaftsarchitekt und Preisgerichts-Mitglied Martin Hauck interviewte die Gewinner des Zukunftspreises, Kurt Mutter und Dr. Wolfgang Reiser von der EMS Elektro Metall Schwanenmühle, sowie den Vorsitzendenden des CVJM Katzweiler-Mehlbach-Hirschhorn als Vertreter des Nachwuchspreisträgers. Die Moderation des unterhaltsamen Abends lag in Händen von Susanne Bieler und Axel Gade vom Pfalztheater, die musikalische Gestaltung übernahm das Orchester des Pfalztheaters unter Leitung von Generalmusikdirektor Uwe Sandner.

Hans Fenske befasst sich seit mehr als 50 Jahren mit deutscher und insbesondere auch mit pfälzischer Geschichte. Hervorzuheben sind dabei nicht nur die beeindruckende Anzahl der veröffentlichten Monographien und Aufsätze sowie die Breite der Fragestellungen, sondern auch deren Qualität, die ihn als Wissenschaftler von Rang ausweisen. Kyra Spiekers Stand- und Hängeskulpturen aus Porzellan zeichnen sich durch die überzeugende Verbindung von sensibler Materialbeherrschung und abstrakter Formensprache aus. Das Licht wird gekonnt einbezogen, um die Plastizität der aus einzelnen keramischen Elementen zusammengefügten Objekte je nach Lichteinfall und Standpunkt des Betrachters zu variieren. Jeder Blickwinkel wird damit zu einem neuen Erlebnis. Der Nachwuchspreisträger für das Kunsthandwerk, Frank Schumacher, erzielte mit seinen beiden Ketten „Tektonik 1 und 2“ das Votum der Jury. Die Anhänger aus Bergkristall überzeugen durch eine akkurate Schleiftechnik. Die räumliche und plastische Wirkung der geschliffenen Facetten wird durch die Reflexion des Lichts vervielfacht und gesteigert und ermöglicht so reizvolle Einblicke. Für die Fertigung von flexiblen Dehnungsbändern aus Kupfer ist es der Firma EMS Elektro Metall Schwanenmühle in Zusammenarbeit mit den technischen Hochschulen der Pfalz gelungen, einen automatisierten Pressschweißprozess zu entwickeln, um Quantität und Qualität der Produkte zu steigern, Energie zu sparen und die Mitarbeiter zu entlasten. Dafür erhielt die EMS den diesjährigen Zukunftspreis Pfalz. Mit dem generationenübergreifenden Projekt gelingt es dem CVJM Katzweiler-Mehlbach-Hirschhorn, Kinder und Jugendliche für soziales Engagement zu begeistern. Die jungen Menschen entwickeln eigene Ideen und lernen bei deren Umsetzung, ihre Fähigkeiten und Talente sinnvoll in die Gemeinschaft einzubringen; dafür wurde dem Verein der Nachwuchspreis im Zukunftspreis Pfalz zuteil.

Die Arbeiten der Nominierten des Kunsthandwerkspreises sowie von elf weiteren Bewerbern sind vom 13. November bis 11. Dezember zu sehen im Wadgasser Hof des Theodor-Zink-Museums, Steinstraße 55 in Kaiserslautern. Die Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, 13. November, um 11 Uhr.