„Gekocht is glei!“

Ausstellung in der Pfalzbibliothek zeigt historische Küchengeräte

Küchengeräte anno dazumal (von links): Volkskundler Helmut Seebach erläutert Bezirkstagsvize Günter Eymael

Küchengeräte anno dazumal (von links): Volkskundler Helmut Seebach erläutert Bezirkstagsvize Günter Eymael

„Gekocht is glei!“ lautet der Titel der Ausstellung, die bis 31. Oktober in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern historische Küchengeräte aus der Pfalz präsentiert. Die Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie beispielsweise eine Butterleier mit Deckel, eine Butterform aus Holz und ein sogenannter Käskar zum Herstellen von Käse und Quark, stammen aus Privatbesitz und von pfälzischen Museen. Claudia Germann, stellvertretende Pfalzbibliotheksleiterin und Ausstellungskuratorin ergänzte die sehenswerten Gerätschaften mit Büchern und Fotographien aus eigenem Bestand. „Die Pfalzbibliothek ist eine kleine, aber feine Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz, die immer wieder dazu beiträgt, die ‚Marke Pfalz‘ hochzuhalten“, sagte Bezirkstagsvize Günter Eymael bei der Eröffnung. Er erinnerte daran, dass die Küche in früheren Zeiten für die Familie der Mittelpunkt des Hauses darstellte und oft der einzige Raum war, der geheizt wurde.

Der Pfälzer Volkskundler Helmut Seebach nahm die Gäste anschließend mit auf einen interessanten Gang durch Omas Küche. Unterhaltsam und witzig würzte er wissenschaftliche Erkenntnisse mit eigenen Erfahrungen und sparte auch nicht an Aussprüchen von bekannten Personen der Geschichte. So gab er Hieronymus Bocks Überzeugung aus dem 16. Jahrhundert wieder: „Die Bestimmung der Frau ist die Herstellung von Butter.“ Auch zitierte er ein altes Sprichwort: „Die besten Handkäse werden von den bösesten Weibern gemacht.“ Wilhelm Heinrich Riehl schwärmte 1857 von der Pfalz und der „Fülle, Mannigfaltigkeit und Feinheit der essbaren Naturprodukte“. Und in Mathilde Jungs oft erwähntem Buch „Eine Landschaft kocht“ von 1941 heißt es: „Ein wesentlich Stücklein Kultur zeigt sich in dem Küchenbrauchtum eines Volkes, einer Landschaft.“ In diesem Sinne hat es sich die Pfalzbibliothek zur Aufgabe gemacht, anhand von einigen Beispielen der damals verwendeten Geräte und Hilfsmittel zu vermitteln, dass die Verarbeitung und Zubereitung der unterschiedlichsten Lebensmittel nicht nur sehr aufwändig war, sondern die Pfälzer schon immer eine besondere Beziehung zum Essen hatten. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Pfalzbibliothek Kaiserslautern, Bismarckstraße 17, zu sehen: Montag bis Freitag 9 bis 16 Uhr und Samstag 10 bis 14 Uhr. Eintritt frei.