„Hilfe, mein Therapeut versteht nur Nicht-Behinderte“

Bundesweites Netzwerktreffen im Pfalzklinikum am 21. Februar

Klingenmünster. „Hilfe, mein Therapeut versteht nur Nicht-Behinderte“ heißt einer der Vorträge, die am 21. Februar beim 3. bundesweiten Netzwerktreffen von Fachleuten im Pfalzklinikum gehalten werden. Ärzte, Psychotherapeuten, Sozialpädagogen, Pflegemitarbeiter und weitere Vertreter von Berufsgruppen im Gesundheits- und Sozialwesen bilden sich dort weiter – zu einer speziellen Methode, der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und tauschen sich hierüber in Arbeitsgruppen aus. Im Vordergrund der Veranstaltung stehen die Möglichkeiten und Grenzen dieser Therapiemethode bei Menschen mit psychischer Störung und Intelligenzminderung.

Für die Patienten geht es dabei unter anderem darum, folgende Fertigkeiten zu entwickeln: Innere Achtsamkeit, Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen, Umgang mit Gefühlen, Stresstoleranz und Selbstwert bzw. Selbstakzeptanz. Besonders schwierig ist das, wenn die Patienten die Therapie nicht freiwillig beginnen, etwa nach einer gerichtlichen Klinikeinweisung. Und/oder wenn die Patienten auf Grund einer Behinderung Therapeuten brauchen, die darauf spezialisiert sind.

Die für die Forensische Psychiatrie weiterentwickelt Form der DBT-F steht im Mittelpunkt des Netzwerktreffens.

Jugendliche Patienten des Pfalzinstitut – Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Pfalzklinikums erarbeiten während des Netzwerktreffens Beiträge für das Patientenradio „Peilsender“.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Info und Anmeldung:

Pfalzinstitut

06349 900 3006

PROGRAMM

9.00 Uhr

Begrüßung und Eröffnung

Moderation: Susanne Lieb, Stellv. Chefärztin Pfalzinstitut Klingenmünster

Begrüßung: Michael Brünger und Michael Noetzel, Chefärzte Pfalzklinikum

9.15 Uhr

Hilfe, mein Therapeut versteht nur Nicht-Behinderte

Jan Glasenapp, Schwäbisch Gmünd, Leiter des Referats des DBT-Dachverbandes DBT bei geistiger Behinderung

10.00 Uhr

DBT-F – aktueller Stand und darüber hinaus

Angela Oermann, DBT-Trainerin und Supervisorin

Annette Claßen, DBT-Trainerin, Hamburg

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr

Der kleine Unterschied: DBT-F im Jugendmaßregelvollzug

Wolfgang Weissbeck, Marit Bäcker, Karin Sachs, Markus Flörchinger, Michael Brünger, Pfalzinstitut Klingenmünster

11.30 Uhr

Die dialektisch-behaviorale Therapie im Maßregelvollzug der Sicherungsverwahrung

Carmen Gey

Angela Oermann

12.00 Uhr

Vermittlung des Moduls „Umgang mit Gefühlen“ – Anpassung des Manuals für männliche Patienten des 64er-Maßregelvollzugs

Katharina Klocke, Bad Emstal

12.30 Uhr

DBT-F mit intelligenzgeminderten Straftätern – Notwendigkeiten der Anpassung aus der Perspektive der Praxis

Bettina Hackenbroich-Hicke, Bad Zwischenahn

13.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr

Gesprächsgruppen: