Inspiration und Herausforderung

Künstlergespräch in der mpk-Sonderausstellung „nzaul d’auter (irgendwo anders)“

Vertraut und zugleich fremd: Walter Moroders „Würde” von 2007 
(Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder)

Vertraut und zugleich fremd: Walter Moroders „Würde” von 2007 (Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder)

Im Rahmen der Reihe Kunst(früh)stück begrüßt am Sonntag, 30. Juli, um 11 Uhr Annette Reich, Leiterin der Gemälde- und Skulpturensammlung, Walter Moroder zu einem Künstlergespräch unter dem Titel „Irritierende Ruhe“ im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1. Der Südtiroler Holzbildhauer steht der Kuratorin in der mpk-Sonderausstellung „nzaul d’auter (irgendwo anders)“ Rede und Antwort. „Eine Skulptur empfinde ich als beendet, wenn ich den Zustand erreiche, der mich beunruhigt”, so der Künstler. Im Gespräch gibt Walter Moroder einen sehr persönlichen Einblick in seine Arbeitsweise und seine Intention. Falls die Veranstaltung ausgebucht ist, findet am Samstag, 29. Juli, um 17 Uhr, bei mindestens 25 Teilnehmern, ein Zusatztermin statt.

Ihre Präsenz erfüllt den Ort, den sie einnehmen und zugleich verändern. Eine irritierende Atmosphäre entsteht. Scheinbar vertraut und zugleich fremd muten die lebensgroßen, meist weiblichen Holzfiguren von Walter Moroder an. Der Betrachter vermag sich ihnen kaum zu entziehen. Nähert er sich, verspürt er sogleich das Gefühl, ihnen nicht zu nahe treten zu dürfen, da eine eigentümliche, unnahbare Aura sie umgibt.

Interessanterweise schafft Moroder keine Figurentypen, die sich wiederholen und kategorisieren lassen, sondern jeweils Einzelwesen mit individueller Ausstrahlung. Die Skulpturen variieren in Farbigkeit, Materialität, Arbeitsweise und nicht zuletzt in ihrer geistig-seelischen Ausstrahlung. Dennoch ist eine Wesensgleichheit spürbar. Eine aufmerksam angespannte Haltung bestimmt den Gesamteindruck der Figuren, in der Ruhe und Unruhe, Anwesenheit und Abwesenheit gleichermaßen spürbar sind. Dass sich über die jeweilige äußere Hülle ein nicht eindeutig fassbares Innenleben vermittelt, gehört zu den Wesensmerkmalen der Kunst Moroders. Walter Moroder steht mit seinen Holzskulpturen in der Tradition der Schnitzkunst seiner Heimat, dem Grödnertal. Das dort über Jahrhunderte gepflegte Handwerk wurde mittlerweile weitgehend von industrieller Massenproduktion verdrängt. Losgelöst von diesem Prozess hat Moroder einen eigenen Weg als bildender Künstler gefunden. 1963 in St. Ulrich, Südtirol, geboren, studierte er nach seiner Lehre in der väterlichen Werkstatt Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Auslandsaufenthalte führten ihn unter anderem in die USA, nach Mexiko, Guatemala und Indonesien. Seit 2001 arbeitet Moroder freischaffend.

Ein Frühstücksbuffet im Foyer des Museums lädt im Anschluss an das Gespräch zu Stärkung und weiterer Kommunikation ein. Die Gäste können untereinander ins Gespräch kommen, gewonnene Eindrücke vertiefen und austauschen. Das Kunst(früh)stück kostet inklusive Museumseintritt für Erwachsene 15 Euro, für Kinder sechs Euro und für Familien – zwei Erwachsene mit zwei Kindern bis zwölf Jahre – 35 Euro. Eine Anmeldung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern ist erforderlich bis spätestens Donnerstag, 20. Juli, unter der Telefonnummer 0631 3647-201. Karten sind ausschließlich im Vorverkauf an der Museumskasse erhältlich oder können unter info@mpk.bv-pfalz.de verbindlich bestellt werden.