Körperbilder und Leiberfahrungen

Kunst und Kulinarisches am Sonntagmorgen im Museum Pfalzgalerie

Bedrohung und ihre Auswirkungen: Gemälde ohne Titel von Heike Kati Barath ist Gegenstand des Kunst(früh)stücks im Museum Pfalzgalerie (Foto: Gunther Balzer

Bedrohung und ihre Auswirkungen: Gemälde ohne Titel von Heike Kati Barath ist Gegenstand des Kunst(früh)stücks im Museum Pfalzgalerie (Foto: Gunther Balzer

Im Kunst(früh)stück am Sonntag, 19. Juni, um 11 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern besprechen Prof. Dr. Klaus Wiegerling, außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Technischen Universität Kaiserslautern, und Kuratorin Dr. Anette Reich das Thema „Körperbilder und Leiberfahrungen“ in der Ausstellung „Sie sind hier – Heike Kati Barath“. Unmittelbare Bedrohung ruft Angst, Beklommenheit, Entsetzen und Schrecken hervor. Mit dem Thema Angst setzt sich die Künstlerin Heike Kati Barath in einem mit Ölfarbe und Lackspray auf Leinwand gemalten Bild aus dem Jahr 2010 auseinander. Ein übermächtiger, furchteinflößender schwarzer Schatten zeigt sich auf vier aneinandergefügten braunen Brettern. Es handelt sich lediglich um schwarze Farbe, die konturlos auf das gemalte Holz aufgesprüht ist; dennoch stellt sich sofort eine entsprechende Assoziation ein. Verängstigt blickt ein kahlköpfiger Junge aus blutunterlaufenen Augen und mit geschwollener Nase über die Holzbretter – ausgeliefert, gefangen, in die Enge getrieben, eine körperlich sowie seelisch ausweglose Situation. Das Ausstellungsgespräch umkreist die Frage, was in Situationen der Bedrohung, wie sie Heike Kati Barath beispielsweise im Bild anschaulich macht, geschieht. Das eigene Körpererleben hängt direkt mit den Erfahrungen der Mitmenschen zusammen; es funktioniert nicht in Isolation, sondern vielmehr in einer Interaktion mit dem Gegenüber. Die Bezeichnung „Leib“ ist eng mit dem Begriff des Lebens verbunden und verweist auf einen persönlichen Bezug. Während das Wort „Leib“ heute eher im poetischen Sprachgebrauch Verwendung findet, wird der Ausdruck „Körper“ stärker im wissenschaftlichen Bereich angewandt. Die Polarität zwischen Leib-Sein und Körper-Haben gibt unter anderem Aufschluss über das Identitätsgefühl, die eigene Individualität und Unverwechselbarkeit. Im Gespräch gehen Klaus Wiegerling und Annette Reich den Phänomenen Leib und Körper aus künstlerischer, psychologischer und philosophischer Sicht auf den Grund. Die Museumsbesucher sind im Anschluss eingeladen, kulinarische Köstlichkeiten zu genießen und über Körper- und Leiblichkeit weiter zu diskutieren.

Eine verbindliche Anmeldung mit Vorauskasse kann bereits ab 13. Mai und sollte bis spätestens 10. Juni unter der Telefonnummer 0631 3647-201 oder per E-Mail (info@pfalzgalerie.bv-pfalz.de) erfolgen. Der Eintritt mit Frühstück beträgt 13 Euro pro Person; Kinder zahlen 6 Euro und Familien (zwei Erwachsene mit Kindern bis 12 Jahre) 32 Euro.