Kunst braucht Diskussion

Ausstellung zum Pfalzpreis zeigt aktuelle Positionen der Malerei – Gewinnspiel lädt zum Tippen ein

Interessierte Besucher: Ausstellung zum Pfalzpreis für Bildende Kunst im mpk

Interessierte Besucher: Ausstellung zum Pfalzpreis für Bildende Kunst im mpk

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) präsentiert noch bis zum 19. August 58 Gemälde von 31 Künstlerinnen und Künstlern, die sich um den Pfalzpreis für Bildende Kunst beworben hatten. Am Auswahlverfahren beteiligten sich insgesamt 159 Bewerberinnen und Bewerber mit 452 Werken. „Kunst ist lebensnotwendig. Warum müssen wir Ausgaben für Kunst und Kultur immer wieder bis an die Schmerzgrenze verteidigen?“, sagte und fragte sich Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder im Museum des Bezirksverbands Pfalz bei der Eröffnung der Ausstellung. Den Preis vergibt der Kommunalverband in diesem Jahr in der Sparte „Malerei“. Kunst fördere „Kreativität, Kommunikation und Diskussion“ und ermuntere das Publikum, sich mit den gezeigten Werken auseinanderzusetzen, führte Theo Wieder aus. Der Bezirksverband Pfalz engagiere sich in besonderer Weise für die Kultur der Region, um „Menschen zu helfen, Dinge zu erfahren, die sie ohne Kunst vielleicht nie erfahren würden“. Brigitte Sommer, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler, ergänzte: „Die Vielfalt, die derzeit in der Kunstwelt herrscht, findet sich auch bei den pfälzischen Künstlern.“ Diese bräuchten sich nicht zu verstecken. Sie wünschte sich, dass „die Besucher Diskussionsstoff finden“.

Eine mit Fachleuten besetzte Jury hatte zuvor in einem verdeckten Verfahren vier Künstlerinnen und Künstler für den Pfalzpreis für Bildende Kunst (Malerei) nominiert: Wolfgang Blanke, Anne Janoschka, Guenter A. Werner und Josef P. Werner sind in die enge Wahl für den mit 10.000 Euro dotierten Preis des Bezirksverbands Pfalz gekommen. Als „Altmeister der Pfalz“ gilt Wolfgang Blanke, 1948 in Münster geboren und in Kuhardt im Landkreis Germersheim lebend. Seine „interessanten Arbeiten“ aus der Vogelperspektive seien, so das Urteil der Jury, „bestechend“. Abstraktion und figürliche Gegenständlichkeit verbinde sich zu einem gelungenen Ganzen. Die Technik der Lasur sei gekonnt aufgetragen und trage merkbar zu einer guten Bildaussage bei. Bei den Gemälden von Anne Janoschka aus Offenbach bei Landau, die 1962 in Heidelberg geboren wurde, hebe der teilweise malerische Hintergrund die strenge sachlich-fotorealistische Bildsprache auf und bilde „einen gelungenen Kontrast zum Vordergrund“.

Guenter A. Werner, Jahrgang 1950, lebt im rheinhessischen Stadecken-Elsheim. Der Vertreter der zeitgenössischen Farbfeldmalerei verfeinert die großflächigen, homogen gefüllten Farbfelder mit Epoxidharz, das „die Farbe feucht und die Oberfläche wie einen Spiegel wirken lässt“. Der gebürtige Bad Dürkheimer erzeuge mit dem Kunstharz eine unglaubliche Strahlkraft, urteilte die Jury. Das Bild „ORIA“ von Josef P. Werner, der 1979 ebenfalls in Bad Dürkheim geboren wurde und in Düsseldorf lebt, lädt zu einer eher bedrückenden Reise in die Vergangenheit ein: Das mit fast drei auf vier Metern größte Bild der Ausstellung habe, so Theo Wieder, die Jurymitglieder aufgrund seiner „geheimnisvollen Aussage“ überzeugt. Die Waggons erinnerten den Betrachter an die Sonderzüge des NS-Regimes. Die eher düstere Farbgebung sei „ein nicht zu unterschätzender Faktor der zu vielen Vermutungen und Geschichten anregenden Bildaussage“.

Für den mit 2.500 Euro dotierten Nachwuchspreis qualifizierten sich für die Endrunde die in Landau lebende Irina Corona, Jahrgang 1984, Ina Maria Gerken, die 1987 in Speyer geboren wurde, Daniel Odermatt aus Schifferstadt,1983 in Speyer geboren, und Dominik Schmitt, 1983 in Neustadt geboren, der heute in Landau lebt. Dem Preisgericht gehörten neben Theo Wieder, der den Vorsitz inne hatte, der Maler und Plastiker Detlof Graf von Borries, Dr. Inge Herold, stellvertretende Direktorin der Kunsthalle Mannheim, Anton Kokl von der Kunsthochschule der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Dr. Barbara Scheuermann, Kuratorin am Wilhelm-Hack-Museum, Brigitte Sommer als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler sowie Prof. Dr. Christoph Zuschlag, Professor für Kunstgeschichte und Kunstvermittlung der Universität Landau, an.

Das mpk lädt alle Besucher der Ausstellung zum Pfalzpreis für Bildende Kunst ein, ihren Tipp abzugeben, wer von den Nominierten den jeweiligen Preis gewinnt. Unter den richtigen Einsendungen verlost das mpk drei Gutscheine im Wert von 30, 20 und 10 Euro sowie fünf Ausstellungskataloge. Teilnahmescheine liegen an der Museumskasse bereit; Tipps können auch per Mail an info@mpk.bv-pfalz.de geschickt werden. Das Geheimnis um den Gewinner beziehungsweise die Gewinnerin des Pfalzpreises sowie des Nachwuchspreises lüftet dann Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Pfalzpreis-Gala am Samstag, 17. November, um 19.30 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern. Moderation und musikalische Gestaltung der öffentlichen Feierstunde liegen in Händen des Pfalztheaters Kaiserslautern unter Leitung des neuen Intendanten Urs Häberli sowie des Generalmusikdirektors Uwe Sandner. Der Eintritt ist frei (Einlass ab 19 Uhr, freie Platzwahl).