Meister der Farbe: Pollock der Ältere

Ausstellung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Herausragender Vertreter der Farbfeldmalerei: Charles Pollock mit seinem Werk „Untitled (Post-Rome)“, blue green black, von 1964 
(Foto und © Charles Pollock Archives)

Herausragender Vertreter der Farbfeldmalerei: Charles Pollock mit seinem Werk „Untitled (Post-Rome)“, blue green black, von 1964 (Foto und © Charles Pollock Archives)

Erstmals in Deutschland wird das vielschichtige Werk des amerikanischen abstrakten Malers und Graphikers Charles Pollock im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) mit einer Museumsausstellung gewürdigt. Vom 23. August bis zum 29. Oktober sind im mpk zum Teil großformatige Gemälde und Zeichnungen des Künstlers zu sehen, die zwischen 1950 und 1969 entstanden sind. Die Ausstellung wird am Dienstag, 22. August, um 19 Uhr eröffnet. Das Œuvre spiegelt eindrucksvoll die Entwicklung eines speziellen Bereichs der amerikanischen Kunst im 20. Jahrhundert wider. Der zehn Jahre ältere Bruder von Jackson Pollock – dieser gilt als der bedeutendste Vertreter des amerikanischen „Action Painting” – fand während der 1940er bis 1970er Jahre in facettenreichen Werkgruppen zu einer überzeugenden eigenen Handschrift. Europäische Einflüsse, besonders Henri Matisse und Hans Hofmann, haben Charles Pollocks Schaffen geprägt. Charakteristisch für seine Arbeitsweise ist eine schrittweise Loslösung von der Form bei gleichzeitiger Erforschung der Farbe.

1955/56 entstand die sogenannte Chapala-Serie, Gemälde und großformatige Tuschezeichnungen, die Pollock in dem kleinen mexikanischen Dorf Ajijic in der Nähe des Chapala-Sees gefertigt hat. Es folgten weitere Serien wie zum Beispiel „Black and Gray“, „Untitled [Black]“, „Rome“, „Post-Rome“ und „New York“. Diese zeigen, mit welch experimentellem Potential und zugleich zielgerichteter Konsequenz Pollock seinen künstlerischen Weg verfolgte. Charles Pollock gelangte vom „Sozialen Realismus” der Vorkriegszeit und der seit den 1950er Jahren in den USA entstandenen abstrakten Malerei zum Color Field Painting (Farbfeldmalerei), zu dessen herausragenden Repräsentanten er gehört. Die Farbfeldmalerei ist eine Kunstrichtung, die sich Mitte der 1950er Jahre in Amerika aus dem Abstrakten Expressionismus entwickelte. Ihre Vertreter, so auch Pollock, wandten sich von der spontanen gestischen Malerei ab und setzten ihr klar konturierte, monochrome Farbfelder entgegen. Dabei verzichteten sie auf einen individuellen Pinselduktus und schufen zum Teil monumentale Gemälde, deren Bildflächen mit Energie und Spannung aufgeladen sind. Kräftige Farben und reduzierte Formen treffen in ihrer Eigenwertigkeit aufeinander. Die variantenreichen Werkgruppen von Charles Pollock sind dafür hervorragende Beispiele.

Charles Pollock wurde 1902 in Denver, Colorado (USA), als Ältester von fünf Söhnen geboren. Sehr früh schon interessierte er sich vor allem für die mexikanische Kunst. 1926 ließ er sich in New York nieder, 1937 in Detroit und kehrte schließlich mit Frau und Tochter wieder nach New York zurück. Von 1941/42 an unterrichtete er an der Universität in Michigan Kalligraphie, Gravur, Typographie und Grafische Gestaltung. 1971 zog Pollock mit seiner Familie nach Paris. Er starb dort 1988.

Mit der Präsentation des Werkes von Charles Pollock setzt das mpk eine Reihe von Ausstellungen fort, die sich mit herausragenden Künstlern des Amerikanischen Abstrakten Expressionismus und dessen Auswirkungen beschäftigen. Das Museum des Bezirksverbands Pfalz trägt so dazu bei, die Bedeutung amerikanischer Kunst und Kultur in Deutschland zu vermitteln. Das Ausstellungsprojekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Charles Pollock Archiv, Paris, und der american contemporary art GALLERY, München. Der 128-seitige Katalog in deutscher und englischer Sprache enthält zahlreiche Abbildungen und ist für 18 Euro an der Museumskasse erhältlich oder kann unter www.mpk.de online bestellt werden. Das mpk ist Dienstag von 11 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet.