Morbide Gedanken

Führung und Gespräch in der Ständigen Sammlung

"Seelenmaler“: Gabriel von Max „Atropa Belladonna“ von 1887

(Foto und © mpk)

"Seelenmaler“: Gabriel von Max „Atropa Belladonna“ von 1887 (Foto und © mpk)

Es wird gern verdrängt, ist manchen vielleicht auch unbekannt: Suizid ist immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Die Schwelle, darüber zu reden, ist nach wie vor sehr hoch. Im Rahmen der Präventionswochen Suizid Kaiserslautern findet am Sonntag, 18. Juni, ab 11 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1, ein Gespräch mit Führung unter dem Thema „Morbide Gedanken“ mit Maria Goroshanin statt. Veranstalter sind das Aktionsbündnis Stadt Kaiserslautern, die TelefonSeelsorge Pfalz und die AGUS e.V. (Angehörige um Suizid).

Welche Beweggründe gibt es, dass Menschen sich das Leben nehmen? Welchen Zwängen oder Ängsten unterliegen sie? Inwieweit greifen Künstler das Thema auf beziehungsweise sind selbst betroffen? Zwei Werke aus der Ständigen Sammlung stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung im mpk, die sich mit dem Thema Leben und (Frei-)Tod, Diesseits und Jenseits beschäftigt. Der in Prag, Wien und München ausgebildete Künstler Gabriel von Max widmete sich in seiner Malerei Themen wie Liebe, Religion, Tod und Jenseits. Seine Historien- und Figurenbilder mit christlichen, literarischen und mythologischen Motiven trugen ihm die Bezeichnung „Seelenmaler“ ein. In zarten Pastelltönen gemalt, befindet sich eine junge Frau im Todesschlaf. Der Titel des Gemäldes „Atropa Belladonna” aus dem Jahre 1887 verweist auf ihre Schönheit und auf einen Kranz aus schwarzen Tollkirschen um ihren Kopf, der den nahen Tod andeutet. Wilhelm Lehmbruck zählt zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vor dem Ersten Weltkrieg lebte er mit seiner Familie in der Kunstmetropole Paris. Von 1914 bis 1917 war er in Berlin als Sanitäter in einem Lazarett tätig. 1919 schied Lehmbruck im Alter von 38 Jahren freiwillig aus dem Leben. Als herausragender Vertreter der expressionistischen Plastik konzentrierte er sich in seinem künstlerischen Schaffen auf den Menschen. Ausdruck und Gebärde seiner überlängten Figuren spiegeln eindrücklich tiefgründige Emotionen wider und sind Zeugnisse von persönlich Erlebtem.