„Nordlicht“ – Zeichnungen von Peter Lang

Ausstellung bietet konzentrierten Einblick ins Œuvre

Von der isländischen Landschaft inspiriert: Peter Langs Tuschezeichnung auf Bütten „Spytist Eimyrja“ von 2013

Von der isländischen Landschaft inspiriert: Peter Langs Tuschezeichnung auf Bütten „Spytist Eimyrja“ von 2013

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) bietet vom 28. März bis 25. Mai mit der Ausstellung „Nordlicht“ einen konzentrierten Einblick in das zeichnerische Œuvre des Malers und Graphikers Peter Lang. Zu sehen sind rund 30 großformatige Tuschzeichnungen, die 2012/13 während eines einjährigen Aufenthalts des Künstlers in seinem mobilen Containeratelier auf Island entstanden. Die Ausstellung wird am Freitag, 27. März, um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers durch Museumsdirektorin Dr. Britta E. Buhlmann und Ausstellungskurator Dr. Heinz Höfchen eröffnet.

Peter Lang hat 2010 gemeinsam mit dem Münchner Architekten Florian Nagler ein Konzept für ein mobiles Atelier entwickelt, das auf einem transportablen, handelsüblichen Übersee-Container beruht. Die Verwandlung des Containers in ein mit allen nötigen Materialien ausgestattetes Wohnatelier erlaubt Lang autarkes Arbeiten vor Ort, selbst in Regionen mit wenig entwickelter Infrastruktur wie Island oder dem einsamen Patagonien.

Naturraum und Landschaft sind durchgehende Grundlage der Arbeiten Peter Langs, der atmosphärische Findungen während der 1990er-Jahre radikal abstrahierte und so zu einer organischen Konkretion entwickelt hat. Inspirierende Motive waren zunächst die Mittelgebirgslandschaften des heimischen Bayerischen Waldes, später auch die Gebirgslandschaften Norwegens, Chiles oder Islands – und dabei zunehmend Naturräume ohne zivilisatorische Prägung.

Langs Arbeit als Maler und Graphiker kreist um die Transformation sinnlicher Wahrnehmung im Grenzbereich von Expression und Abstraktion. Während er mit seinen Gemälden einen eher konkret bestimmten, qualitätvollen Beitrag zur zeitgenössischen Landschaftsmalerei liefert, sind seine großformatigen Zeichnungen von ganz anderem emotionalem Zugriff: Expressiver, gestischer Pinselduktus und spontane Umsetzung des Erlebten setzen einen Kontrapunkt zum malerischen Werk. Die Tuschzeichnungen sind im Gegensatz zu Langs entschleunigter Malerei gewissermaßen die „explosive Variante“ seiner gesammelten Islandeindrücke. Fließend verwirbelte, breit vorgetragene Strichlagen, wie vom steten Wind geführt, lassen an die nordische Malerei Edvard Munchs denken, während andere Arbeiten von tiefen schwarzen Flächen bestimmt sind, aus denen eine ferne Horizontlinie aufleuchtet. Neben heroisch aufragenden Felsen zeigt Peter Lang mit Gletscherformationen, Geröllebenen und Gebirgszügen eine Vielzahl von Facetten des vulkanisch geprägten isländischen Landschaftsbildes – menschenleere, unbewohnte, zur Kontemplation einladende Weite.

Lang wurde 1965 im oberbayerischen Holzkirchen geboren und lebt in Gleißenberg in der Oberpfalz. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er von 1987 bis 1993 während eines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in München bei den Professoren Rudolf Tröger und Jerry Zeniuk. 1998 wurde ihm das Stipendium des Bayerischen Atelier-Förderprogramms zugesprochen. 2004 war er Preisträger des Kulturpreises Ostbayern, Regensburg, 2006 folgte ein Arbeitsstipendium mit Aufenthalt im norwegischen Trondheim. Längere Malreisen mit seinem mobilen Container-Atelier hat er 2010/11 nach Patagonien (Chile) und 2012/13 nach Snaefellsjokull (Island) unternommen.

Zur Ausstellung ist die 180-seitige Publikation „Peter Lang, Landkrabbi“ (ISBN 978-3-943222-10-4) zum Preis von 19, 80 Euro erhältlich. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1, ist außer am Karfreitag mittwochs bis sonntags sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet.