Offenbarung des Johannes

Vortrag zur Ausstellung „Apocalypse Now!“ im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Auch Max Beckmann beschäftigte das Thema: aquarellierte Lithographie „Apokalypse – Gott wird abwischen alle Tränen“ von 1942 (Staatsgalerie Stuttgart)

Auch Max Beckmann beschäftigte das Thema: aquarellierte Lithographie „Apokalypse – Gott wird abwischen alle Tränen“ von 1942 (Staatsgalerie Stuttgart)

„Wer denkt sich sowas aus? Zur Entstehung der Apokalypse des Johannes“ heißt ein Vortrag am Dienstag, 9. Dezember, um 18 Uhr (Eintritt frei) zur Ausstellung „Apocalypse Now! – Visionen von Schrecken und Hoffnung in der Kunst vom Mittelalter bis heute“, die derzeit im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) zu sehen ist. Das Buch mit den sieben Siegeln, die apokalyptischen Reiter, die Schalen des Zorns, die Hure Babylon und das Neue Jerusalem – die Bibeltheologin Prof. Dr. Judith Hartenstein fragt sich, wie Menschen im ersten Jahrhundert nach Christus darauf kamen, sich solche Horror- und Hoffnungsbilder auszudenken. Die Faszination dieser uralten Motive ist bis heute ungebrochen. In den Blick kommen im Vortrag die jüdisch-christliche Vorstellungswelt dieser Zeit, die religionspolitische Lage und die Lebensbedingungen der frühen Christen. Hartenstein erläutert, wer die Menschen waren, die sich so etwas ausgedacht haben, und was sie bewegt und bedrängt hat. In der Ostkirche war die kanonische Geltung der Johannesapokalypse lange umstritten. Im Westen hat sie von Anfang an eine Faszination ausgeübt, die bis heute kaum etwas von ihrer Intensität verloren hat. Es stellt sich die Frage, warum die Texte und Bilder der Apokalypse so wirkmächtig sind und ob sie eine positive Funktion haben oder ob es sich einfach nur um abwegige Gewaltfantasien handelt. Der Vortrag wird in Kooperation mit der Evangelischen Akademie der Pfalz angeboten. „Die Zusammenarbeit mit dem mpk ist eine naheliegende Premiere“, sagt Akademiedirektor Dr. Christoph Picker. Die Ausstellung „Apocalypse Now“ rufe geradezu danach, die religiösen Tiefen des Themas auszuloten.

Die mit 320 Arbeiten von 80 Künstlern groß angelegte Schau spannt einen kunst- und kulturhistorischen Bogen, indem sie Werke auf Papier von der karolingischen Zeit (um 800) bis in die jüngste Gegenwart versammelt und dabei auch populäre Bildmedien wie Comics und Graphic Novels berücksichtigt. Zur Ausstellung des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, das mittwochs bis sonntags sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet ist, gibt es einen opulenten Katalog, auch wird ein umfang- und abwechslungsreiches Begleitprogramm angeboten. Weitere Infos unter www.mpk.de.