Pfalzpreis-Gala präsentiert Nominierte und Gewinner

Bezirksverband Pfalz zeichnet Maler, Komponisten und Fotografen aus

Herausragende Talente (von links): Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder freut sich mit Daniel Odermatt (Nachwuchspreis für Bildende Kunst)

Herausragende Talente (von links): Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder freut sich mit Daniel Odermatt (Nachwuchspreis für Bildende Kunst)

Neugierige Spannung lag in der Luft, als die Moderatoren die Umschläge öffneten und das Geheimnis um die diesjährigen Pfalzpreisträger im gut besetzten Pfalztheater Kaiserslautern lüfteten. „Insgesamt präsentieren wir 17 Nominierte: Maler, Komponisten und Medienschaffende; fünf davon dürfen sich über einen mit 10.000 Euro dotierten Pfalzpreis beziehungsweise einen mit 2.500 Euro ausgelobten Nachwuchspreis freuen“, verrät Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder zu Beginn des Abends. Diejenigen, die sich nicht durchsetzen konnten, erhielten einen Anerkennungspreis von 500 beziehungsweise 200 Euro. „Seit fast 60 Jahren verleiht der Bezirksverband Pfalz Pfalzpreise, um Talente der Region in den unterschiedlichsten Bereichen zu fördern“, erläuterte Wieder, der auch die siebenköpfigen Fachjurys anführte, in seiner Begrüßung. Im weiteren Verlauf übergab er die Preise: jeweils eine Trophäe sowie Urkunde.

Zu den Nominierten des Pfalzpreises für Bildende Kunst in der Sparte Malerei gehörten Wolfgang Blanke, Anne Janoschka, Guenter A. Werner und Josef P. Werner. Letzteren zeichnete der Bezirksverband Pfalz für sein Bild „Oria“ aus. Der 1979 in Bad Dürkheim geborene und in Düsseldorf lebende Künstler lädt mit dem düsteren fast drei auf vier Meter großen Bild zu einer eher bedrückenden Reise in die NS-Vergangenheit ein. Im nächsten Jahr widmet ihm das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern eine Ausstellung. Daniel Odermatt, Jahrgang 1983, erzielte für seine Werke „zu spät“ und „Ansichtssache“ den Nachwuchspreis. Der Speyerer Künstler und Vertreter des Figurativen, der altmeisterlich technisch versiert die Leinwand im fotorealistischen Stil bearbeitet, setzte sich gegenüber Irina Corona, Ina Marie Gerken und Dominik Schmitt durch. Die „Lauda-Talker“ Prof. Dr. Zuschlag von der Universität Koblenz-Landau und Brigitte Sommer, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler (APK), verwickelten die beiden auf dem weißen Sofa in ein informatives Kurzgespräch.

Den Pfalzpreis für Musik in der Sparte Vokal- und Instrumentalmusik gewann Dr. Charlotte Seither für ihr Orchesterwerk „Recherche sur le fond“, das im Juni 2011 uraufgeführt wurde und sich einer weit aufgefächerten Klangsprache bedient. Ziel der Landauer Komponistin ist es, „in eine umfassendere Wahrnehmung von Form und Zeit einzutauchen“. Nominiert waren außerdem Dr. Sidney Corbett, Prof. Jörg Mainka und Werner Heinrich Schmitt. Für den Nachwuchspreis überzeugte das ausdrucksvoll-atmosphärische Kammermusikwerk „Un instant d’ombre“, das die von den Wäldern der Pfalz inspirierte Komponistin Kathrin A. Denner frei mit „Ein kurzer Schattenwurf“ übersetzt hat; das Quartett wurde für Violine, Viola, Violoncello und Akkordeon geschrieben und im Herbst vergangenen Jahres uraufgeführt. Prof. Peter Leiner von der Hochschule für Musik Saar, Mitglied der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern sowie des „Rennquintetts“, und Generalmusikdirektor Uwe Sandner vom Pfalztheater Kaiserslautern übernahmen den Part der Interviewer.

Mit dem Medienpreis Pfalz zeichnete der Bezirksverband Pfalz den 64-jährigen Bernhard Kunz aus Mutterstadt aus. Er gehört zu den renommierten Fotografen der Pfalz, der insbesondere für seine Sportfotografie bekannt ist, sich aber auch auf dem Gebiet der Industrie- und Landschaftsfotografie betätigt. Er wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen geehrt. 1990 erregte er mit dem „Sportfoto des Jahres“ Aufsehen, das beim Radrennen in Dannstadt entstand. Den Breitensport dokumentiert er ebenso wie den Spitzensport in der Pfalz. Zum Kundenstamm seiner Fotoagentur gehören der 1. FCK, die BASF und die „Rheinpfalz“. Das Interview mit ihm übernahm die beliebte SWR-Fernsehmoderatorin Judith Kauffmann. In die enge Wahl für den Medienpreis Pfalz kamen des Weiteren der Fotograf Dr. Jörg Heieck, der „Rheinpfalz“-Redakteur Rolf Schlicher mit Fotografin Gabi Himmer und der „Hiwwe wie Driwwe“-Herausgeber Dr. Michael Werner.

Tanja Hermann und Günther Fingerle vom Pfalztheater moderierten die unterhaltsame und interessante Feierstunde im Großen Haus. Das Orchester des Pfalztheaters sorgte unter Leitung des Generalmusikdirektors Uwe Sandner für die musikalische Begleitung: Die Musiker nahmen das Publikum mit Stücken von Dimitri Schostakowitsch, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Alban Berg und Benjamin Britten mit auf einen Streifzug durch die Werke bedeutender Vertreter der Neuen Musik. Die Regie führte an diesem Abend Urs Häberli, der seit dieser Spielzeit Intendant des Pfalztheaters ist. Weitere Infos über die Preise und Gewinner unter www.pfalzpreise.de.