Pfälzer Landschaften: Natur pur

Ausstellungseröffnung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Albert Haueisen

Albert Haueisen

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) zeigt vom 10. Mai bis 17. Juli mit der Ausstellung „Pfälzer Landschaften: Natur pur“, wie überaus facettenreich Künstler die Landschaften der Pfalz ins Bild gesetzt haben. Die Schau mit rund 100 Gemälden und Graphiken aus dem eigenen Bestand ist auch Teil der Jubiläumsveranstaltungen zum 200-jährigen Bestehen des Bezirkstags Pfalz. Zur Ausstellungseröffnung am Dienstag, 10. Mai, um 19 Uhr sprechen der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, die Direktorin des Museums, Dr. Britta E. Buhlmann, sowie der Kurator der Ausstellung, Dr. Heinz Höfchen.

Albert Haueisen, Max Slevogt, Peter Koch, Siegfried von Leth, August und Eugen Croissant, Daniel Wohlgemuth, Kurt Schapper, Sigrid Schewior, Jörg Heieck und viele andere waren und sind dem Reiz der Pfälzer Landschaften auf der Spur. Ihre Gemälde, Aquarelle und Fotografien spiegeln die Sinnenfreuden dieser bezaubernden und unverwechselbaren Region. Das Museum des Bezirksverbands Pfalz besitzt von der schnellen Bleistiftskizze bis zum durchformulierten Gemälde viele großartige Bildbeispiele zum Thema. Von Heinrich Jakob Frieds Pfalzlandschaften des 19. Jahrhunderts bis zu Ludwig Waldschmidts expressiven Landschaftsradierungen aus dem Pfälzerwald wird ein spannungsreicher motivischer Bogen geschlagen. Durch die bildkünstlerische Verarbeitung von Landschaft und Naturphänomenen kann mit historischen Beispielen auch die Veränderung der Naturwahrnehmung vor Augen geführt und überhaupt die Umgestaltung der Landschaft mittels menschlicher Eingriffe dokumentiert werden.

„Kinder jauchzen in den Weinbergen am Fuße des Limburghügels. Ich reiße einen Rebenpfahl aus, der mich beim Steigen unterstützen soll. Nachtfahrt durch die Berge nach Kaiserslautern. Seltsame Landschaftsbilder. Wasserflächen. Man weiß nicht, sind es Seen oder Flüsse. Im Dunkel des Gestrüpps bemerke ich auf den Hügeln häßliche phantastische Ruinen, alte zerfallene und vom Efeu verunstaltete Burgen, die nach den Sagen von Geistern bewohnt sind.“ So hat Victor Hugo 1839 in einem Brief an einen Freund seine Eindrücke der Pfälzer Landschaften romantisch beseelt beschrieben.

Heute sind die Burgen restauriert, Rebenpfähle sollte man tunlichst nicht ausreißen und die Landschaftsbilder werden etwas nüchterner (und dennoch begeistert) beschrieben: Vom Altrhein mit seinen urtümlichen Auen über die fruchtbare Agrarlandschaft der Vorderpfalz erreicht man die klimatisch begünstigte Weinstraße und den imposanten Haardtrand mit seinen unzähligen Burgen. Hier beginnt das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, der Naturpark Pfälzerwald mit seinen bizarren Felslandschaften, die sich bis in den Pfälzischen Westrich ziehen. Das Nordpfälzer Bergland mit dem Donnersberg schließlich ist eine entschleunigt wirkende Kulturlandschaft, die sogenannte Alte Welt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Britta E. Buhlmann und Heinz Höfchen mit einem Umfang von 80 Seiten und zahlreichen Abbildungen, Preis 19 Euro, ISBN 978-3-89422-205-5. Der Ausstellungskatalog vermittelt das Landschaftsbild der Pfalz und zeigt seine künstlerische Dimension erstmalig auf. Eine solche Publikation war bislang nicht verfügbar und deshalb ein Desiderat der Literatur über Pfälzer Kunst und Künstler.