Pfälzer Tabakernte hat begonnen

Hervorragendes Ergebnis erwartet

Steht gut da: Tabakfeld in der Südpfalz

Steht gut da: Tabakfeld in der Südpfalz

Anfang Juli hat die Tabakernte in der Pfalz begonnen, die nun fast drei Monate läuft. Erstmals wurde in diesem Jahr kein Badischer Burley angebaut, da die Pflanzer nicht den für sie nötigen Preis auf dem Markt erzielen konnten. Auch beim Badischen Geudertheimer gab es aufgrund des Wegfalls eines Vertragspartners einen Einbruch von etwa der Hälfte der sonst üblichen Menge, so dass nur noch auf einer Fläche von knapp 100 Hektar diese luftgetrocknete Tabaksorte wächst. Lediglich der Virgin, der an drei Vertragsfirmen geliefert wird und ausschließlich in der Zigarettenproduktion Verwendung findet, musste keine Einbußen hinnehmen und wurde auf einer Fläche von 350 Hektar kultiviert.

„Die Bestände stehen sehr gut da, und zwar sowohl qualitativ als auch quantitativ“, urteilt der Tabakbausachverständige für die Pfalz, Egon Fink. „Dies nährt die Hoffnung auf eine hervorragende Ernte.“ Dies stelle ein Trostpflaster für die Tabakbauern dar, die vor allem im zurückliegenden Jahr aufgrund der wegfallenden direkten Subventionierung des Tabaks Federn lassen mussten. Von den rund 100 Pflanzern im Jahr 2009 seien nur noch knapp die Hälfte übrig geblieben. Entsprechend ist die Anbaufläche zurückgegangen: Waren es vor zwei Jahren etwa780 Hektar, so sind es in diesem Jahr nur noch rund 450 Hektar, die für den Tabakbau bearbeitet werden. „Damit haben wir die Talsohle der Anbaumenge erreicht“, stellt Fink fest und ergänzt: „Es kann nur noch besser werden.“ Immerhin sei in diesem Jahr ein neuer Vertragspartner aus Amerika in Sicht; „wenn unser Tabak ihn überzeugen kann, wird sich dies positiv auf die Anbaufläche auswirken.“ Fink freut sich auch, dass in Deutschland im Vergleich zu den übrigen EU-Ländern die höchsten Tabakpreise erzielt werden können; so sei es gelungen, den Virgin in sogenannten Nischenmärkten, wie zum Beispiel für die Wasserpfeifen-Verwendung, zu platzieren. Allerdings müsse er dafür besondere Ansprüche im Hinblick auf Farbe und Sortierung erfüllen, was natürlich eine intensivere Beratung erfordere. Die Betriebe, die den Tabakanbau aufgegeben hätten, würden nun stärker als bisher Obst und Gemüse, wie Erdbeeren, Spargel und Kartoffeln, anpflanzen.