Pierrette Bloch – Punkt, Linie, Poesie

Werkschau der international anerkannten Künstlerin erstmals in einem deutschen Museum

Emotionen gegenstandlos eingefangen: Pierrette Blochs Zeichnung Nr. 563

Emotionen gegenstandlos eingefangen: Pierrette Blochs Zeichnung Nr. 563

Erstmals in Deutschland wird das Werk der international anerkannten Künstlerin Pierrette Bloch in einem Museum gezeigt, womit der Kulturinstitution des Bezirksverbands Pfalz eine besondere Premiere gelingt: Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) zeigt vom 18. Januar bis zum 9. März unter dem Titel „Pierrette Bloch – Linie, Punkt, Poesie“ Arbeiten der 85-jährigen Pariserin von 1959 bis 2012. Die Leihgaben kommen aus ihrem Atelier, von der Galerie Karsten Greve, Köln – Paris – St. Moritz, sowie aus verschiedenen französischen Privatsammlungen. Die Ausstellung wird am Freitag, 17. Januar, um 19 Uhr in Anwesenheit von Pierrette Bloch durch Bezirkstagsvize Günter Eymael und Museumsdirektorin Dr. Britta E. Buhlmann eröffnet. Sachiko Furuhata-Kersting gestaltet am E-Piano die Vernissage musikalisch.

Pierrette Blochs Zeichnungen wurden in weltbekannten Museen ausgestellt und sind in bedeutenden öffentlichen Sammlungen wie dem MoMA in New York, dem Yokohama Museum of Art in Japan, dem Stedelijk Museum in Amsterdam oder dem Centre Pompidou in Paris vertreten. In Frankreich zählt sie zu den renommiertesten Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit, die sich selbst als Malerin bezeichnet. Während der Sommermonate ist sie in ihrem Atelier im südfranzösischen Bagnes (Aude) anzutreffen. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt Bloch von dem Akt- und Stilllebenmaler Jean Souverbie, von André Lhote, der dem Kubismus nahestand, sowie dem gebürtigen Amerikaner Henri Bernhard Goetz, dessen Werk sich dem Surrealismus zurechnen lässt. In seinem Atelier lernte sie unter anderem Pierre Soulage kennen, der Jahre später einer ihrer engsten Freunde wird und dessen Schaffen auch ihre Arbeit beeinflusst hat. Dunkle Landschaften und Akte entstanden in dieser frühen Zeit, doch schon als 21-Jährige beschäftigte sie sich mit abstrakten Formulierungen. Zeichnungen aus den späten 1940er Jahren belegen eindrucksvoll, wie sie mit nur wenigen Strichen Personen und Situationen treffend charakterisiert. Die stumme Sprache der Gesten, Gebärden und des Mienenspiels faszinierte sie schon als Kind und bewegte sie, Emotionen in gegenstandslosen Zeichnungen einzufangen.

Einfache Materialen und Motive sind bis heute typisch für Pierrette Bloch. Ihr Hauptinteresse gilt dem Raum, der Leere und Fülle ebenso wie dem Ausloten der Grenze zwischen Zeichnung und Skulptur. Dabei geht sie stets neue Wege. Ab Anfang der 1970er Jahre entwickelte sie – meist mit Tusche auf Papier – aus Flecken, Linien, Spritzern und Strichen ein zeichnerisches Werk, dessen Nuance- und Variantenreichtum staunen lässt. Ihre lässig auf ein Blatt gesetzten Notationen zeigen eine hohe materielle Dichte oder treten in aquarellhaft zarter Transparenz auf. Aus den einfachen Gesten Blochs entwickeln sich „ink essays“ (Dore Ashton), schriftähnliche, rhythmische Tuschezeichnungen, deren poetische Bildsprache fasziniert. Trotz auch unkonventioneller Materialien wie Pferdehaare, Schnur, Stoff und Weichholzplatten bleibt sie schlicht im Ausdruck und zeigt dabei eine erstaunliche Präsenz. Sodann entstehen Werke, die weder Skulptur noch Malerei sind und am ehesten als feine Reliefs bezeichnet werden können. Pierrette Bloch arbeitet mit Wiederholungen und doch sind ihre Werke nie gleich. Stets wandelt sie ihre Arbeitsweise, improvisiert und probiert Neues aus. Sie liebt das Beginnen, das alles in Bewegung bringt und ihr erlaubt, die Dinge reich und intensiv zu erleben. Ein sensibler Umgang meist mit der Tusche wie auch das stete Fortschreiben ihrer Ideen zeichnen das variantenreiche und zugleich poetische Werk der Künstlerin aus.

Zur Werkschau im mpk erscheint ein 64-seitiger Katalog in Deutsch und Englisch mit einem Vorwort sowie Text von Britta E. Buhlmann, der zum Preis von 14 Euro an der Museumskasse erhältlich oder über www.mpk.de bestellbar ist. Eine Katalogvorstellung findet zusammen mit einer Lesung mit Madeleine Giese im Rahmen des Kunst(früh)stücks am Sonntag, 23. Februar, um 11 Uhr statt; es trägt den Titel „Am Anfang war der Punkt”. Zum umfangreichen Begleitprogramm gehören außerdem Führungen, Gespräche, museumspädagogische Aktionen für Schulen, Kinder und Erwachsene sowie eine zweisprachige „Art after Work“-Veranstaltung zum Thema „Im Rhythmus der Punkte und Linien / In the rhythm of dots and lines” am 4. Februar, um 19 Uhr. Eine telefonische Anmeldung sollte jeweils erfolgen unter 0631 3647-201. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern am Museumsplatz 1 ist mittwochs bis sonntags sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen finden sich unter www.mpk.de

Ort

Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, 67657 Kaiserslautern

Pressevorbesichtigung

Mittwoch, 15. Januar, 11 Uhr, und nach telefonischer Vereinbarung

Eröffnung

Freitag, 17. Januar, 19 Uhr

Ausstellungsdauer

18. Januar bis 9. März 2014

Öffnungszeiten

Di 11 – 20 Uhr, Mi – So 10 – 17 Uhr, Feiertage 10 – 17 Uhr

Information

www.mpk.de info@mpk.bv-pfalz.de Telefon +49(0)631 3647-201, Fax +49(0)631 3647-202

Eintritt

Sammlung: 3 Euro, Sonderausstellungen: 5 Euro, Kombikarte (Sammlung und Sonderausstellung) 6 Euro, Familienkarte (Kombi) 10 Euro, Jahreskarte (Kombi) 20 Euro, freier Eintritt für Kinder und Schüler bis 16 Jahren sowie für Studenten

Medienpartner

Rheinpfalz, SWR 2

Kontakt

Dr. Annette Reich, a.reich@mpk.bv-pfalz.de Telefon 0631 3647-203

Pressedownloads

www.mpk.de – hier sind Pressefotos abgelegt