Qualifizierte Fachkräfte in Handwerk und Industrie gefragt

Meisterschule für Handwerker verabschiedet 416 Absolventinnen und Absolventen

Mit dem Förderpreis der Bauhütte der Pfalz ausgezeichnet: Schulleiter Eckhard Mielke (links) und Hüttenmeister Klaus Daub freuen sich mit der Preisträgerin Maria Schwab

Mit dem Förderpreis der Bauhütte der Pfalz ausgezeichnet: Schulleiter Eckhard Mielke (links) und Hüttenmeister Klaus Daub freuen sich mit der Preisträgerin Maria Schwab

„Handwerk und Industrie suchen händeringend nach gut ausgebildeten und hochqualifizierten Facharbeitern in allen Gewerken“, sagte Schulleiter Eckhard Mielke bei der Abschlussfeier für die 416 Absolventinnen und Absolventen der Meisterschule für Handwerker. Die Aus- und Weiterbildungsstätte des Bezirksverbands Pfalz stelle dem Arbeitsmarkt die begehrten Fachkräfte zur Verfügung. Er verwies darauf, dass schon alle Absolventen ein Beschäftigungsverhältnis hätten. Es sei eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung der nächsten Jahrzehnte, gut ausgebildete Fachleute heranzuziehen und die Balance zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung zu wahren, so Mielke. „Ziel der Politik vor dem Hintergrund des demografischen Wandels muss es sein, trotz zahlenmäßigem Rückgang von Arbeitskräften, Einbußen in der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu vermeiden.“

Brigitte Mannert, Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, brach eine Lanze für die Meisterprüfung; der Abschluss sei international gefragt. „Der Meisterbrief ist ein Gütesiegel.“ Einen wichtigen Beitrag hierzu leiste die Meisterschule für Handwerker, die nicht nur Theorie vermittle, sondern einen hohen Bezug zur beruflichen Praxis herstelle. Prof. Dr. Konrad Wolf, Präsident der Fachhochschule Kaiserslautern, legte den jungen Menschen ans Herz, beim Berufswunsch ihre „eigenen Vorlieben zu entdecken“. Es gebe heute eine „Vielfalt von Wegen und Entscheidungsmöglichkeiten“, was es nicht einfacher mache, das Passende für sich zu finden. Im Anschluss daran erhielten die Jahrgangsbesten eine Anerkennung.

In der dreijährigen Berufsfachschule erreichten 93 Schülerinnen und Schüler ihr Ausbildungsziel in neun Berufen. Der Frauenanteil betrage hierbei, so Mielke, „überdurchschnittliche 30 Prozent“. Die zweijährige Fortbildung zum Staatlich geprüften Techniker hätten 121 junge Menschen in sechs Bildungsgängen absolviert. Auf die Meisterprüfung hätten sich 202 junge Männer und Frauen in elf Berufen erfolgreich vorbereitet. Die Bauhütte der Pfalz ehrte die 26-jährige frisch gebackene Steinmetz- und Steinbildhauer-Gesellin Maria Schwab aus Idar-Oberstein mit dem mit 500 Euro dotierten Förderpreis; Hüttenmeister Klaus Daub erläuterte, dass ihr Fünf-Blatt-Maßwerk aus gelbem Sandstein bei der Auswahl überzeugte. Er betonte, dass damit auch die Ausbildungsstätte eine Würdigung erfahre. Für ihr herausragendes soziales Engagement zeichnete der Freundeskreis der Meisterschule mit ihrem Vorsitzenden Bernd Lederer die 26-jährige Goldschmiedin Marlie Baglio aus Kaiserslautern, die auch Schulsprecherin war, sowie den 25-jährigen Elektrotechniker Marco Fogel aus dem südwestpfälzischen Riedelberg aus; die Preise sind mit je 150 Euro dotiert. Flotte Musik spielte die Big Band des Gymnasiums am Rittersberg Kaiserslautern; die Feierstunde endete mit dem traditionellen „Zimmermannsklatsch“.