Rätselhafte Weiblichkeit

Gespräch in der Ausstellung „Walter Moroder“

Exotisch anmutende Gesichtzüge: Walter Moroders „Kokon“ von  2006 aus Lindenholz 
(Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder)

Exotisch anmutende Gesichtzüge: Walter Moroders „Kokon“ von 2006 aus Lindenholz (Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder)

Die „rätselhafte Weiblichkeit“ steht am Dienstag, 8. August, um 18 Uhr bei einem Gespräch in der Ausstellung „nzaul d‘auter (irgendwo anders) – Walter Moroder“ im Mittelpunkt. Lebensgroße, weibliche Holzfiguren stehen aufrecht im Raum, alleine oder in einer Gruppe, bekleidet oder nackt, immer barfüßig. Eine Sitzende und eine Hockende erweitern das Figurenrepertoire. Es geht dem Bildhauer Walter Moroder weder um eine abbildende Darstellung des Menschen an sich noch um das Porträtieren eines Individuums. Auch die Vermittlung eines bestimmten Frauenbildes liegt nicht in seiner Absicht. Vielmehr stellt der Künstler existenzielle Fragen nach dem Dasein. Er rückt die Konfrontation mit dem Gegenüber und zugleich die Selbstwahrnehmung in den Fokus der Betrachtung. Die weiblichen Wesen wirken archaisch. Sie lassen an ägyptische Statuen denken oder erinnern durch ihre überlängten Körper und Gliedmaßen an Figuren von Alberto Giacometti oder Wilhelm Lehmbruck. Die markanten exotisch anmutenden Gesichtszüge der Skulptur „Kokon“ sind in ähnlicher Art und Weise in Werken der Expressionisten zu finden. Bea Roth stellt in einem Rundgang Moroders rätselhafte „Frauen“ vor und erläutert dabei die spezifische Handschrift des Künstlers, mit der er die zeitgenössische figürliche Bildhauerei und Plastik auf faszinierende Weise bereichert.