Resistenzzüchtung bei Reben

Vortrag in der LUFA Speyer

Wein ein Kulturgut: Neue Methoden der Rebenzüchtung (Foto: Bezirksverband Pfalz)

Wein ein Kulturgut: Neue Methoden der Rebenzüchtung (Foto: Bezirksverband Pfalz)

Schon vor etwa 7.000 Jahren begann der Mensch aus Reben Wein herzustellen, und auch heute ist der Wein als Genussmittel und Kulturgut aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Dr. Oliver Trapp vom Julius Kühn-Institut – Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof stellt am Mittwoch, 10. Mai, um 19 Uhr im Konferenzraum der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Speyer, Obere Langgasse 40, die klassischen und neuen Methoden der Rebenzüchtung sowie die pilzwiderstandsfähigen Sorten des Geilweilerhofs vor und gibt Einblicke in die aktuellen Züchtungsvorgänge. Der Eintritt ist frei.

Mit einer Produktion von durchschnittlich neun Millionen Hektoliter Wein in Deutschland und einem Export von mehr als einer Million Hektoliter besitzt der Weinbau eine sehr große wirtschaftliche Bedeutung. Er findet in Deutschland auf einer Fläche von rund 100.000 Hektar statt, was ungefähr 0,8 Prozent der Ackerfläche entspricht. Gleichzeitig benötigt der Weinbau aber überproportional viel der in der Landwirtschaft eingesetzten Fungizide, ein chemischer oder biologischer Wirkstoff, der Pilze oder ihre Sporen abtötet, was mit Belastungen für die Umwelt und den Anwender einhergeht. Um den Weinbau ökonomisch und ökologisch zu verbessern, zielt die Rebenzüchtung darauf ab, pilzwiderstandsfähige und gleichzeitig qualitativ hochwertige neue Sorten zu züchten. Das bekannteste Beispiel und eine der ersten aus der Resistenzzüchtung hervorgegangenen Sorte ist hierbei der Regent. Zu den schon mit Beginn der Rebenzüchtung zu Anfang des 20. Jahrhunderts formulierten Zuchtzielen ist seit den 1990er Jahre ein weiteres Ziel, die Anpassung an den Klimawandel, hinzugekommen. Er geht einher mit verändertem Reifeverhalten der Reben und neuen oder vermehrt auftretenden Schaderregern. Die Züchtung neuer Rebsorten ist ein lange währendes Unterfangen, das zwischen 25 und 30 Jahren von der Kreuzung bis zur Zulassung einer neuen Sorte dauert.