Schlüsselposition am Pfalzinstitut Frankenthal

Beratungsstelle für Pädagogische Audiologie feiert 50-jähriges Bestehen

Rasante Entwicklung: Pfalzinstitutsdirektorin Dr. Hiltrud Funk (rechts) und Bertram Schwientek

Rasante Entwicklung: Pfalzinstitutsdirektorin Dr. Hiltrud Funk (rechts) und Bertram Schwientek

Mit einer Tagung feierte das Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation (PIH) in Frankenthal das 50-jährige Bestehen seiner Beratungsstelle für Pädagogische Audiologie. Sie „nimmt eine Schlüsselposition im Haus ein“, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder, „denn junge Menschen erfahren hier frühzeitig Hilfe. Der Bezirksverband Pfalz ist stolz auf seine Einrichtung.“ Kindern, die es schwerer hätten als andere, Unterstützung zu geben, damit ihr Leben gelingen könne, diesem Ziel sei die Beratungsstelle verpflichtet. Er dankte – auch als Oberbürgermeister der Stadt Frankenthal – für die qualitätvolle Arbeit, die hier geleistet werde. Staatssekretär Hans Beckmann vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium bestätigte, dass die Beratungsstelle, die weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehe, „unschätzbare Arbeit“ vollbringe. Das Land brauche diese „exzellenten Fachkenntnisse“. Pfalzinstitutsdirektorin Dr. Hiltrud Funk wies darauf hin, wie wichtig die Früherkennung bei der Hörentwicklung sei. Bei ihrer Gründung habe die Beratungsstelle Widerstände, beispielsweise seitens der Ärzte, überwinden müssen, heute würde man vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Einen Blick auf 50 Jahre Pädagogische Audiologie warfen die beiden ehemaligen Leiter der Beratungsstelle, Manfred Kurz, der ihr von 1964 bis 1972 vorstand, und Werner Salz, der sie von 1972 bis 1993 leitete, bevor er Direktor des PIH wurde. Bertram Schwientek, der derzeitige Leiter der Beratungsstelle, stellte die heutigen Aufgaben dieser Anlaufstelle für die Bevölkerung vor. Sodann referierte Prof. Dr. Annerose Keilmann, Landesärztin für hör-, stimm- und sprachbehinderte Menschen aus Mainz, über das Thema „Rechtzeitige Hördiagnostik kann Entwicklungsdefizite verhindern“; Barbara Bogner vom Institut für Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Heidelberg stellte „50 Jahre technische Hörhilfen für Kinder mit Hörschädigung“ vor. Pädagogische Audiologie als zentrales Arbeitsfeld von Hörgeschädigtenschulen und ihr Stellenwert in der Zukunft behandelten Manfred Drach, Schulleiter der Johannes-Vatter-Schule in Friedberg, und Johannes Eitner, Schulleiter der Elbschule Hamburg. Die musikalische Gestaltung der Feierstunde übernahmen Schülerinnen und Schüler des Pfalzinstituts.