Schmuck mit Licht und Schatten (II)

Granulation – mit Feuerkraft einem Goldgeheimnis auf der Spur Eine Kooperation des mpk mit der Meisterschule für Handwerker

Prof. Erwin W. Huppert

Prof. Erwin W. Huppert

Dass Goldschmiede auch zu den Alchimisten gehören, wird beim nächsten Termin von „ART AND TASTE“ am Donnerstag, 30. Juni, um 19 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) mit heißer Flamme anschaulich vorgeführt. Mit der zweiten Ausgabe von „Schmuck mit Licht und Schatten“ zeigen Schülerinnen und Schüler des zweiten Lehrjahres der Goldschmiedeklasse der Meisterschule für Handwerker Kaiserslautern (MHK), was es braucht, wenn kleinste Kügelchen aus Gold allein an ihren jeweiligen Berührungspunkten miteinander verbunden und auf dem Schmuck befestigt werden sollen. Denn nur dann können Licht und Schatten die Kleinstkörper umspielen und meisterhafte Effekte zaubern. Dabei haben die Kugeln einen Durchmesser von weniger als einem Millimeter. Neben alchimistischem Wissen sind eine ruhige Hand, Geduld und das richtige Gefühl für die einzusetzende Temperatur notwendig, wenn nicht alles zu einem einzigen Klumpen verschmelzen soll. Kein Wunder also, dass diese Technik über mehrere Jahrhunderte kaum eingesetzt wurde. Damit alle Teilnehmenden diese feinste Mikroarbeit nachverfolgen können, werden die einzelnen Schritte live von einer Kamera auf eine große Leinwand übertragen. Was mit dieser Technik alles möglich ist, zeigt ein historischer Vorspann, der Schmuckstücke von der Antike bis zur Gegenwart vorstellt. Wie immer kann das Erlebte im Anschluss bei Speis und Trank vertieft werden.

Schon jetzt zeigt eine Ausstellung in den Sammlungsräumen des mpk ausgewählte Stücke granulierten Schmucks. Neben feinen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler der MHK sind eindrucksvolle Stücke aus Privatbesitz präsentiert. Über den zuvor von mpk und MHK angebotenen Service, eigenen granulierten Schmuck fachkundig untersuchen zu lassen, kamen weitere Stücke in das Museum. Ausgestellt sind nun Werke des (nicht allein) in der Pfalz so bekannten Gold- und Silberschmiedemeisters Professor Erwin W. Huppert und des Gold- und Silberschmiedemeisters Peter Schmitt, der zugleich als ehemaliger Lehrer für Fachpraxis an der Meisterschule für Handwerker tätig war; auch Stücke aus dem Goldschmiedebetrieb Dieter Becker aus Kindsbach sind vertreten. Eine Projektion mit Makroaufnahmen führt in X-fachen Vergrößerungen der Preziosen anschaulich das hohe handwerkliche Können vor Augen. Die Ausstellung ist bis zum 10. Juli zu sehen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des mpk mit der Berufsfachschule Goldschmiede der Meisterschule für Handwerker Kaiserslautern. Der Eintritt zu „ART AND TASTE“ beträgt 9 Euro (Schüler 5 Euro); um eine verbindliche Anmeldung bis Montag, 27. Juni, unter der Telefonnummer 0631 3647-201 oder per Mail an info@mpk.bv.pfalz.de wird gebeten.