Steinmetzwerkstatt eingeweiht

2,3 Millionen Euro für Neubau an der Meisterschule für Handwerker

Die Absauganlage beherrscht das Innere des Werkstattgebäudes: Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder (rechts) und die Gäste während der Einweihung

Die Absauganlage beherrscht das Innere des Werkstattgebäudes: Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder (rechts) und die Gäste während der Einweihung

„Die Steinmetze finden nun bestmögliche Ausbildungsbedingungen vor“, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Einweihung der neuen Steinmetzwerkstatt an der Meisterschule für Handwerker in Kaiserslautern. Wieder betonte, dass die Schule des Bezirksverbands Pfalz für die gesamte Region zuständig sei und dass der Beruf des Steinmetzen in der Art schon zur Zeit des Kathedralenbaus im Mittelalter ausgeübt worden sei. Man habe das Gebäude mit den beiden Pfälzer Baustoffen, Sandstein und Holz, verwirklicht und überwiegend pfälzische Firmen für die Durchführung beauftragt. „Wir haben den Zeit- und Kostenrahmen eingehalten“, sagte Wieder und dankte dem Land, das 60 Prozent der 2,3 Millionen Euro teuren Baumaßnahme beisteuert. Schulleiter Eckhard Mielke freute sich, dass der Neubau „einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Fachkräftenachwuchses und somit zum Erhalt unserer Kulturlandschaft“ leiste. Die Einweihung sei ein „einschneidendes Ereignis für den größten handwerklichen Ausbildungsbetrieb in Rheinland-Pfalz“. Rund 60 junge Menschen würden sich hier auf den Steinmetz- und Steinbildhauer-Beruf beziehungsweise den Meister vorbereiten. Dieser sei sehr vielfältig und reiche von der Bau- und Landschaftsgestaltung über das Entwerfen und Herstellen von Grabmälern bis hin zur Restaurierung und Denkmalpflege. Der Dannenfelser Architekt Walter Mizera dankte für die konstruktive Zusammenarbeit und überreichte symbolisch den Schlüssel.

Platzmangel veranlasste den Bezirksverband Pfalz, für die Steinmetze, die bislang auf mehrere Standorte in der Schule verteilt waren, ein eigenes Werkstattgebäude zu bauen, um die Betriebsabläufe besser zu organisieren. Das Gebäude mit einem Nebenbau für die Steinkreissäge und einem überdachten Freiarbeitsplatz bietet eine Nutzfläche von 860 Quadratmetern und besteht aus einem massiven, mit Sandstein verkleideten Sockelgeschoss, darüber erhebt sich eine Holzskeletthalle mit zellulosegedämmten Wänden und einem zellulosegedämmten Dach. Darauf befindet sich eine Photovoltaikanlage der Pfalzsolar, einer Tochtergesellschaft der Pfalzwerke, die jährlich 30.000 Kilowatt pro Stunde produziert. Das Besondere ist sicherlich der Untergrund: Sechs Meter unter der Oberfläche liegt nämlich ein Felsenkeller, der im 19. Jahrhundert zur Lagerung von Bier angelegt und während der beiden Weltkriege als Luftschutzbunker genutzt wurde.