Stickstoff in der Landwirtschaft – Segen oder Fluch?

Vortrag in der LUFA Speyer

Forschung auf dem neusten Stand: Kolloquium 2017 an der LUFA

Forschung auf dem neusten Stand: Kolloquium 2017 an der LUFA

Wie wirkt sich die Nutzung von Biokohle auf Boden, Wasser und das Klima aus? Mit diesem aktuellen Thema beschäftigt sich Dr. Martin Bach, Agrarwissenschaftler aus Gießen, in seinem Vortrag „Stickstoff in der Landwirtschaft: Überschüsse und Umweltwirkungen“. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 26. April, um 19 Uhr im Konferenzraum der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Speyer, Obere Langgasse 40 statt (Eintritt frei).

Der Einsatz von Biokohle als Dünger oder zur Bodenverbesserung in der Landwirtschaft gilt als eine Möglichkeit zur Minderung des globalen Klimawandels. Die hochgesteckten Erwartungen werden jedoch von den vorliegenden Daten nicht gestützt. Die Ertragswirkung ist unsicher und in Anbetracht der Marktpreise für Biokohlen wäre deren Einsatz im Pflanzenbau nur selten für den Landwirt rentabel. Auch die Stabilität von Biokohlen ist geringer als vielfach unterstellt, die Annahme von Halbwertzeiten frisch hergestellter Biokohlen in der Größenordnung von hunderten bis tausenden von Jahren ist nicht gerechtfertigt. Schließlich liegen zum CO2-Einsparungseffekt durch Biokohle in der Landwirtschaft sehr uneinheitliche Ergebnisse vor, andere Technologien zur CO2-Vermeidung sind volkswirtschaftlich kostengünstiger.

Dr. Martin Bach ist Agrarwissenschaftler und beschäftigt sich seit 1989 als Mitarbeiter am Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Universität Gießen mit Umweltwirkungen der Landwirtschaft.