Teilschließung der Dauerausstellung für kurze Zeit

Aufbau einer Sonderausstellung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Foto der am 4. April 2014 in Afghanistan erschossenen Journalistin Anja Niedringhaus: albanischer Panzer während einer Waffenpause am 3. Juni 1999

Foto der am 4. April 2014 in Afghanistan erschossenen Journalistin Anja Niedringhaus: albanischer Panzer während einer Waffenpause am 3. Juni 1999

Um die Sonderausstellung „Anja Niedringhaus – At War“ aufzubauen, schließt das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) einen Teil seiner Dauerausstellung, und zwar den Nordflügel im zweiten Obergeschoss, vom 13. bis 30. Januar. Dort wird die Sonderausstellung mit rund 75 Fotografien in einem Teilbereich der Abteilung zeitgenössische Kunst eingerichtet. Das Foyer und der Südflügel des mpk im dritten Obergeschoss mit Kunstwerken des 15. bis 20. Jahrhunderts sind weiterhin zugänglich, und zwar dienstags von 11 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Anja Niedringhaus wurde am 4. April 2014 bei einem Einsatz als Wahl-Beobachterin in Khost (Afghanistan) erschossen. Ihre Fotografien berichten von Kriegen und Krisen in Afghanistan, Libyen, dem Irak, Israel (Gaza) und Bosnien. Sie erzählen von Menschen: angespannten Soldaten, die in Falludscha (Irak) eine Grundschule durchsuchen, einem libyschen Rebellen, der sich an der Front von Bengasi neben seiner Panzerfaust ausruht. Sie zeigen das Leid der strapazierten Zivilbevölkerung: einen Mann, der seinen Bruder im Leichenschauhaus in Bengasi identifiziert, eine irakische Frau, die mit ihrem Kind vor schweren Gefechten aus Basra flieht, und palästinensische Jungen, die im Gazastreifen Krieg spielen. Die hochdekorierte Journalistin weiß, dass Bilder Kriege nicht verhindern können, doch sollen sie in unser aller Bewusstsein präsent bleiben.

Ausstellungseröffnung ist am Samstag, 31. Januar, um 17 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1. Sie wird gegen 18.30 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern fortgesetzt. Dort werden 24 Fotografien in einer Teilausstellung gezeigt, die jeweils eine Stunde vor Beginn der Vorstellungen zu sehen sind. Um 19.30 Uhr beginnt dann die Premiere des Stücks „Die letzten Tage der Menschheit“, einer Tragödie von Karl Kraus. Die monumentale und atemberaubende Theatercollage zu 100 Jahre Erster Weltkrieg wird von Dominik von Gunten in einer eigenen Fassung des Pfalztheaters inszeniert. „At War“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Pfalztheater und dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern.